Der Fall Lidl
Verbraucherschützer beklagen Macht der Anzeigenkunden
Den Berichten zufolge schaltet Lidl regelmäßig großflächige Anzeigen bei den BNN und gehört damit zu den größten Anzeigenkunden des Blatts. Medienberichten zufolge, soll die Geschäftsführung der BNN die Kündigung inzwischen wieder zurückgenommen haben.
Trotz der positiven Wendung in diesem Fall warnt die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) vor ähnlichen Fällen: "Wer kritische Berichterstattung durch wirtschaftlichen Druck auf Zeitungen verhindern will, untergräbt die Pressefreiheit," so Verbraucherschützerin Edda Müller. "Die Verbraucher müssen sich überlegen, ob sie ihr Geld in solchen Geschäften lassen." Die Verbraucherzentrale-Chefin rief Lidl auf, die Beachtung von Arbeits- und Sozialstandards einer unabhängigen Überprüfung zu unterziehen.
"Die Verbraucher haben einen Anspruch zu erfahren, ob die Schnäppchen-Preise beim Discounter durch die Missachtung von Umwelt- und Sozialstandards erkauft werden," sagte Müller. "Die Konsumenten sind deshalb darauf angewiesen, dass Medien kritisch über Lidl und Co. berichten." Es dürfe nicht dazu kommen, dass eine derartige normale journalistische Praxis journalistisches und verlegerisches Heldentum verlange.
Lidl sei in den vergangenen Jahren immer wieder auch durch Verstöße gegen Regeln zum Verbraucherschutz aufgefallen, heißt es bei den Verbraucherschützern. So sei der Verband allein seit 2000 in etwa 20 Fällen wegen irreführender beziehungsweise unlauterer Werbung gegen den Discount-Riesen vorgegangen.
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Am 12. Okt. 2005 unter:
verbraucherschutzStichworte:
« Opposition rügt geplante Hausbesuche bei Arbeitslosen
WASG kritisiert "große Koalition der Arbeitgeberinteressen" »

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