Vorbild Elite-Universität

Physik-Nobelpreisträger Hänsch gegen "Gleichmacherei" an Hochschulen

Der diesjährige Physik-Nobelpreisträger Theodor Hänsch kritisiert das deutsche Hochschulsystem als zu bürokratisch und überreguliert. "Es muss Schluss sein mit der Gleichmacherei, mit den Regeln, die alle gleich behandeln, die Theologische Fakultät wie die Chemie", forderte der Münchner Professor und Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching in der "Süddeutschen Zeitung". Die "Regulierungswut" müsse zurückgeschraubt werden.

Zudem beklagt Hänsch eine "absurd hohe" Belastung der Forscher mit der Lehre. Während an der amerikanischen Elite-Universität Harvard die Professoren maximal drei Stunden pro Woche den Studenten etwas beibringen müssen, seien es hier neun Stunden.

Zugleich machte sich Hänsch für eine bessere Förderung wissenschaftlicher Talente stark: "Sie brauchen ein Reizklima, in dem sie sich mit den Besten messen können." Die Rahmenbedingungen für junge Forscher müssten an den Universitäten attraktiver werden. "Man darf sie nicht mit akademischen Kommissionen überbürden, mit bürokratischem Kleinkram", meint der Nobelpreisträger.

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