"Bisherige Erfolglosigkeit"

Kirchliche Umweltbeauftragte kritisieren Schweizer Atom-Endlager

Die Umweltbeauftragten der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) wandten sich gemeinsam mit Umweltbeauftragten aus Österreich und der Schweiz gegen ein in der Schweiz geplantes Endlager für hochradioaktive Abfälle im Grenzgebiet zu Deutschland und Österreich. Eine Entscheidung über das Atommüll-Endlager steht offenbar kurz bevor. An derartige Lagerstätten würden aus Gründen einer entsprechenden Sicherheit für sehr lange Zeiträume (eine Million Jahre) vor allem auch bestimmte Anforderungen an die geowissenschaftlichen und geotechnischen Eigenschaften des Trägergesteins gestellt. "Alle weltweiten Bemühungen, Orte für sichere Endlager zu finden oder zu erkunden, sind wegen der aus sachlichen Gründen sehr strengen Auswahlkriterien bisher gescheitert", schreiben die Umweltbeauftragten. Für das vorgesehene Trägergestein in der Schweiz (Opalinus-Ton) müsse aus geowissenschaftlichen Gründen mit einem negativen Ergebnis gerechnet werden. Die Umweltbeauftragten rechnen allerdings damit, dass die bislang strengen Kriterien aufgeweicht werden könnten.

"Wegen der bisherigen Erfolglosigkeit aller diesbezüglichen Bemühungen ist nun zu befürchten, dass die bisher geltenden strengen Auswahlkriterien, wie sie beispielsweise der Arbeitskreis Endlager der deutschen Bundesregierung formuliert hat, aufgeweicht, das heisst stark gemildert werden", fürchten die Kirchenbeauftragten.

Deshalb wendet sich die Arbeitsgemeinschaft der Umweltbeauftragten der Evangelischen Kirche "mit dem dringenden Appell an den Schweizerischen Bundesrat, dafür zu sorgen, dass die Untersuchungen des vorgesehenen Standortes im Opalinus-Ton nach dem bisher üblichen strengen Qualitätsstandard sichergestellt werden". Zudem solle aufgrund der grenznahen Lage auch Deutschland und Österreich in die Entscheidungsfindung einbezogen werden.

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