Unterhaltsrückgriff

Jusos warnen vor neuer Abhängigkeit junger Leute von den Eltern

Die Jusos warnen Union und SPD vor Plänen, das Arbeitslosengeld II (ALG II) für Jugendliche zu beschränken. Es wäre ein "Rückfall in längst überwunden geglaubte Zeiten der Abhängigkeit junger Menschen", wenn gut verdienende Eltern für den Lebensunterhalt ihrer arbeitslosen Kinder aufkommen sollten, sagte der Juso-Bundesvorsitzende Björn Böhning am Donnerstag in Berlin. Hier offenbarten Union und SPD ein "schräges Bild von den Jugendlichen". Auf der einen Seite werde von ihnen mehr Eigenverantwortung verlangt. Andererseits sollen sie "in Krisenzeiten vom Geldbeutel der Eltern abhängen".

Böhning erinnerte daran, dass die SPD bei jungen Menschen mit 38 Prozent einen überdurchschnittlichen Wahlzuspruch erhalten habe. Das ALG II für Junge unter 25 Jahren faktisch zu streichen konterkariere diese Zustimmung.

Die "Berliner Zeitung" hatte zuvor von Überlegungen bei Union und SPD berichtet, den so genannten Unterhaltsrückgriff wieder einzuführen, der gut verdienende Eltern zum Lebenshalt ihrer arbeitslosen Kinder verpflichtet. Dies sei am Mittwoch in der Koalitions-Arbeitgruppe zum Thema Arbeit besprochen worden.

Ein Grund für die ausufernden Kosten beim Arbeitslosengeld II sei darin zu sehen, dass angeblich viele Jüngere das "Hartz IV"-Gesetz nutzten, um von zu Hause auszuziehen und sich Lebensunterhalt und Wohnung vom Staat bezahlen zu lassen. Die Zahl der Single-Haushalte, die ALG II beziehen, sei seit Januar von 1,6 auf 2,1 Millionen gestiegen.

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