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Sozialverband vermisst Arbeitsplätze für 67-Jährige

"Versteckte Rentenkürzung"

Der Präsident des Sozialverbandes VdK, Walter Hirrlinger kritisiert die Pläne von SPD und Union, das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre anzuheben. Er forderte in der "Berliner Zeitung" zugleich eine Selbstverpflichtung der Wirtschaft, ältere Mitarbeiter zu beschäftigen. "Wenn es zu keiner freiwilligen Zusage kommt, dann muss die Politik überlegen, wie sie die Unternehmen zwingen kann, Menschen bis ins hohe Alter eine Beschäftigung und Einkommen zu geben", sagte Hirrlinger. Bevor diese Voraussetzungen nicht erfüllt seien, dürfe die Politik nicht über eine Anhebung des Rentenalters auf 67 diskutieren. Alles Unsinn, sagt Professor Bernd Raffelhüschen. Es gehe gar nicht ums arbeiten, sondern um eine "versteckte Rentenkürzung".

Der SPD-Vorsitzende Franz Müntefering hatte am Donnerstag nach der Koalitionsrunde mit CDU und CSU eine schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters in Aussicht gestellt. Ob die Grenze zum vollen Rentenanspruch von 65 auf 67 Jahre angehoben werde, entscheide sich 2007/2008. Müntefering betonte, die Möglichkeit sei eröffnet.

Professor: Unsinn - es geht gar nicht darum, länger zu arbeiten, sondern darum, die Renten zu kürzen

Bernd Raffelhüschen, Professor für Finanzwirtschaft, hält den Plan von Union und SPD, die Lebensarbeitszeit ab dem Jahr 2011 schrittweise auf 67 Jahre zu verlängern, für unzureichend. "Dann hätten wir das Ziel der Rente mit 67 Jahren erst 2035 erreicht", sagte Raffelhüschen den "Ruhr Nachrichten". So werde es schwer fallen, die Beitragssätze unter 20 Prozent zu halten. Stattdessen sollte die Anpassung der Altersgrenze bereits zwischen 2011 und 2021 vollzogen werden. Nur so könne man den Druck von den Beitragssätzen nehmen.

Unsinn seien die Argumente der Kritiker, die eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit nur parallel zu einer Ausweitung der Arbeitsplätze für Ältere als sinnvoll erachten. "Es geht bei der Rente mit 67 nicht darum, dass auch länger gearbeitet wird", so Raffelhüschen.

Tatsächlich sei das Ziel einer solchen Maßnahme, dass die Arbeitnehmer höhere Abschläge auf ihre vorgezogenen Renten in Kauf nehmen. Wer den Wunsch habe, mit 65 Jahren in den Ruhestand zu gehen, erhalte dann zweimal 3,6 Prozent weniger jährliche Rente. "Das ist eine versteckte Rentenkürzung, so ehrlich muss man sein", sagte Raffelhüschen.

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