"Nicht kriechen müssen"

Bisky wirft Stasiunterlagenbehörde Manipulation vor

Linksparteichef Lothar Bisky wirft der Stasiunterlagenbehörde manipulativen Umgang bei der Veröffentlichung von Akten vor. Schwärzungen aus Akten Dritter seien "so nachteilig für mich, dass ich das an der Grenze des Manipulativen sehe", sagte Bisky der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Nicht geschwärzt würden Aussagen wie: "Bisky ist ein Sozialist, dem man vertrauen kann", geschwärzt hingegen Aussagen der Art: "Dem kann man nicht über den Weg trauen, das ist kein treuer Staatsbürger."

Bisky sagte, er habe Reiseberichte nach dem Besuch von wissenschaftlichen Kongressen im Ausland geschrieben, habe aber nie als Inoffizieller Mitarbeiter (IM) für die DDR-Staatssicherheit gearbeitet. "Ich war kein IM. Und ich habe keine Lust, das täglich beim Aufstehen zu beten", sagte Bisky.

Als Parteivorsitzender der SED-Nachfolgepartei PDS habe er "Sorge getragen dafür, dass diejenigen, die normale Sozialisten in der DDR waren, sich in die Demokratie der Bundesrepublik integrieren konnten", so Bisky. "Ich will, dass Ostdeutsche nicht kriechen müssen. Sie sollen sich kritisch damit auseinandersetzen, was sie getan haben. Ich will aber auch, dass sie sich nicht jeden Tag schämen müssen, wenn sie nichts gegen die Gesetze Verstoßendes getan haben", sagte der Parteichef.

Bisky war bei der Wahl des Bundestagsvizepräsidenten in drei Wahlgängen gescheitert. Er kandidiert am 8. November noch einmal für dieses Amt.

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