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Deutsche Bank intervenierte offenbar gegen Daimler-Beteiligung an VW

Hilmar Kopper

Obwohl die Deutsche Bank an Daimler-Chrysler nur noch eine Beteiligung im einstelligen Prozentbereich hat, hat sie offenbar einen erheblichen Einfluss auf strategische Entscheidungen des Automobilkonzerns. Gegen die Überlegungen von Daimler-Chrysler, sich an der Volkswagen AG zu beteiligen, regt sich nach Darstellung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung "mächtiger Widerstand". Nach Informationen der Wirtschaftszeitung hat sich der ehemalige Vorstandssprecher der Großbank, Hilmar Kopper, derzeit noch Aufsichtsratsvorsitzender von Daimler-Chrysler, gegen ein solches Engagement ausgesprochen.

Damit liege der Aufsichtsratschef allerdings nicht auf einer Linie mit Dieter Zetsche, dem designierten Vorstandsvorsitzenden von Daimler-Chrysler, der sich die Option eines Einstiegs bei VW oder einer Überkreuzbeteiligung mit den Wolfsburgern ganz bewußt bis zuletzt offen gehalten habe.

Am vergangenen Freitag habe Daimler-Chrysler bestätigt, daß man in der Vergangenheit mit VW über eine Beteiligung gesprochen habe. Auf die Frage, ob diese Gespräche auch nach dem angekündigten Einstieg von Porsche bei VW fortgeführt würden, soll es bei Daimler-Chrysler lediglich geheißen haben: "Kein Kommentar".

Auch der neue Mercedes-Chef Dieter Zetsche, der zum Jahreswechsel den Vorstandsvorsitz von Daimler-Chrysler übernehme, verkündete kein Dementi, als er in zwei Interviews mit den "Stuttgarter Nachrichten" und der "Stuttgarter Zeitung" zu einer Beteiligung an VW befragt wurde, sondern gab ausweichende Antworten.

Trotz dieser Äußerungen habe Daimler-Chrysler am Wochenende plötzlich eine ganz andere Sprachregelung parat gehabt, schreibt die Frankfurter Allemeine: "Es wird keine Beteiligung an VW geben", habe ein Konzernsprecher gesagt. Die Frage, warum sich die offizielle Stellungnahme von Daimler-Chrysler in so kurzer Zeit verändert habe, soll er nicht beantwortet haben. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen steckt der Deutsche Bank-Manager Hilmar Kopper hinter dieser überraschenden Wende.

Der frühere Vorstandschef der Deutschen Bank soll persönlich interveniert und das Dementi veranlaßt haben: "Hilmar Kopper ist kein Freund einer Annäherung von Daimler-Chrysler und VW", heiße es in gut informierten Kreisen.

Wegen der Intervention Koppers dürften sich die Gespräche zwischen Daimler-Chrysler und VW zumindest kurzfristig auf Kooperationsprojekte beschränken, spekuliert die Wirtschaftszeitung. Das sei gut für die Porsche AG. Diese könne jetzt in aller Ruhe ausloten, woher sie weitere 10 Prozent der VW-Stammaktien holen könne, um auf die angestrebte Beteiligung von 20 Prozent zu kommen. Dafür stehe möglicherweise das VW-Aktienpaket (10 Prozent) zu Verfügung, das bei Volkswagen selbst liege.

Nach den bisherigen Überlegungen habe dieses Paket in einem Aktientausch auch für eine Überkreuzbeteiligung mit Daimler-Chrysler verwendet werden können.

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