headerquote

Seite 1 bei Google kann so einfach sein.

unabhängige Autoren mit eigener Meinung

RWE und Eon wollen Strompreise erhöhen

"Marktbeherrschende Stellung"

Die Stromkonzerne RWE und Eon wollen Anfang 2006 die Strompreise erhöhen. Beide Konzerne haben für ihre zusammen mehr als 15 Millionen Kunden bei den Wirtschaftsministerien der Bundesländer eine Preisanhebung beantragt. Unter Berufung auf Branchenkreise schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung von Preissteigerungen von bis zu 6 Prozent. Eine Sprecherin habe die Preisanhebung insbesondere mit gestiegenen Brennstoffkosten und auch mit einer höheren Umlage für die Einspeisung von Ökostrom begründet. Bundesumweltminister Jürgen Trittin bezeichnete dies in Bild am Sonntag als faenscheinige Argumentation. Der Hinweis auf gestiegene Brennstoffkosten verfange nicht, weil RWE im wesentlichen Kohle verfeuere und Strom aus Atomkraftwerken einspeise. Auch das Bundeskartellamt verfolgt offenbar auf Druck der strombeziehenden Industrie die Preispolitik von RWE und Eon mit Mißtrauen. Die Verbraucher Initiative fordert ein Ende der Selbstbedienung auf dem Energiemarkt.

"Es ist nicht nachzuvollziehen warum nach den Gas- nun auch die Strompreise in Deutschland steigen sollen", meint Ralf Schmidt-Pleschka von der Verbraucher Initiative. Die von den RWE geäußerten Gründe seien nicht stichhaltig. So mache die Förderung erneuerbarer Energien nicht einmal 0,5 Cent pro Kilowattstunde aus. Auch die Beschaffungskosten für Erdgas und Öl könnten angesichts eines Anteils dieser Brennstoffe an der Stromerzeugung von weit unter 10 Prozent nicht der Kostentreiber sein.

Die Verbraucherschützer fordern die Stromversorger auf, den Kunden ihre Preiskalkulation offen zu legen, anstatt sie mit "stereotypen Pseudoargumenten" abzuspeisen. Die Stromkunden hätten ein Recht auf Klarheit. Der Verband fordert die Landesregierungen auf, die Preiserhöhungen zu untersagen und so der Selbstbedienung ein Ende zu bereiten.

Bereits heute habe Deutschland mit die höchsten Stromkosten in der Europäischen Union. Ein Grund dafür ist nach Ansicht der Verbraucher Initiative die marktbeherrschende Stellung der großen vier Stromversorger E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall. "Solange in Deutschland die größten Stromlieferanten gleichzeitig auch die Netze betreiben, wird es keinen Wettbewerb und folglich auch keine fairen Preise geben", so Schmidt-Pleschka.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!