20 Durchsuchungen

Verbraucherschützer sehen Grund für neuen Fleischskandal in mangelnder Kontrolle

Ein Geflügelvermarkter aus dem Kreis Cloppenburg wird verdächtigt, tiefgefrorenes Fleisch aufgetaut und als Frischfleisch verkauft zu haben. Zudem soll vom Handel beanstandete Ware wieder eingefroren und anschließend erneut als Frischfleisch angeboten worden sein. 20 Objekte in mehreren Bundesländern wurden durchsucht, wie das niedersächsische Justizministerium am Freitag mitteilte. Die Verbraucher-Initiative beklagte derweil, dass der aktuelle Fall des niedersächsischen Geflügelverarbeiters nicht nur ein Beleg für kriminelle Machenschaften einzelner Betriebe in der Fleischindustrie sei, sondern eine mangelnde Kontrolle beim Handel offenbare. Es sei höchste Zeit, dass der Lebensmittelhandel endlich zuverlässige Eingangskontrollen aufbaue.

Der Bundesverband Verbraucher-Initiative forderte die Schließung des betroffenen Betriebes. "Nur drastische Konsequenzen führen dazu, dass diese wiederholt bekannt gewordenen Praktiken ein Ende finden", betonte die Ernährungsreferentin der Initiative, Laura Groche.

Nach Angaben des niedersächsischen Agrarministeriums ist nach wie vor unklar, wo das umdeklarierte Fleisch der Firma letztlich gelandet sei. "Illegale Ware ist üblicherweise nicht als solche gekennzeichnet", sagte ein Ministeriumssprecher. Klar sei bisher, dass es sich vorwiegend um Puten- und Hühnerfleisch handle. Laut Cloppenburger Kreisbehörde konnten inzwischen 30 Tonnen Fleisch im Kreis sichergestellt werden.

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