Nicht alles Mist?

Platzeck wirbt für nachdenklicheren Umgang mit dem DDR-Erbe

Der designierte neue SPD-Vorsitzende Matthias Platzeck wirbt für einen nachdenklicheren Umgang mit der DDR-Vergangenheit. "Die meisten haben mehr als zehn Jahre lang gesagt, das ist alles Mist in der DDR gewesen. Dadurch haben wir viel Frust erzeugt", sagte Platzeck der "Leipziger Volkszeitung". Doch so einfach lägen die Dinge nicht, meint der SPD-Politiker.

Platzeck betonte: "Es ist ein Fehler gewesen, die Strukturen aus der DDR bei der Gesundheitsorganisation und der Schulorganisation in einen ideologischen Rucksack zu packen und unbesehen über Bord zu schmeißen." Aufgefallen sei ihm das 2004 bei einer Reise nach Finnland. Dort traf er "auf grinsende und wissende Gesichter" - erst im Schulministerium, später in einer Poliklinik. "Langes gemeinsames Lernen in einem Klassenverband haben die sich bei uns in der DDR in den 70-er Jahren abgeschaut."

In der Poliklinik habe er das gleiche wissende Grinsen der Gesprächspartner festgestellt, unterstrich Platzeck und fügte hinzu: "Statt 16 niedergelassenen Ärzten in 16 Orten haben die eine Poliklinik im Zentrum einer Region. Bei uns wurde bis zum Gesundheitsmodernisierungsgesetz gesagt, das ist kommunistisches Teufelszeug."

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