Imageschäden
Deutsche Bank gibt offenbar Geschäft mit indonesischem Zellstoffkonzern auf
Die Umweltschutzorganisation hatte noch einen bundesweiten Protesttag vor Filialen der Deutschen Bank geplant, nachdem Verhandlungen mit der Bank über ihr Engagement in Indonesien nicht den erwünschten Erfolg gebracht hatten. Dann habe Umweltmanager Hölz der Organisation mitgeteilt: "Die Deutsche Bank wird sich als Financial Advisor nicht mehr an der Firmenübernahme beteiligen. Damit sind wir jetzt einen Schritt weiter als bisher. Das Projekt liegt nicht bloß auf Eis. Wir arbeiten an dem Thema endgültig nicht mehr weiter."
"Die Entscheidung der Deutschen Bank ist richtungsweisend", meint Peter Gerhardt von Robin Wood. "Die klare Botschaft, die in Deutschland und Indonesien sehr aufmerksam wahrgenommen wird, heißt: Unternehmen, die Geschäfte auf Kosten des Regenwaldes machen wollen, müssen mit massiver öffentlicher Kritik und Imageschäden rechnen."
United Fiber System (UFS) will den Angaben zufolge das Zellstoffwerk Kiani Kertas in Südkalimantan übernehmen sowie dort ein weiteres Zellstoffwerk und eine Hackschnitzelfabrik bauen. Dadurch entstünde ein weiterer Großkonzern in der indonesischen Papierindustrie, in der es schon jetzt große Überkapazitäten gebe. Selbst die Weltbank vertrete die Ansicht, dass die Wälder Indonesiens bei weitem nicht ausreichten, um die Papierwerke in Indonesien legal und nachhaltig mit Holz zu versorgen.
Indonesische UmweltschützerInnen gehen laut Robin Wood davon aus, dass auch UFS für seine Zellstoffproduktion Tropenwald zerstören werde. So befänden sich nach Angaben des CIFOR-Instituts innerhalb der Konzessionsgebiete von UFS über 70.000 Hektar Regenwald. Diese seien akut von der Abholzung bedroht, wenn UFS seine Expansionspläne in die Tat umsetze.
Holz- und Zellstoffkonzerne in Indonesien sollen in den vergangenen 20 Jahren maßgeblich daran mitgewirkt haben, "zwei Drittel der Waldfläche des Landes zu zerstören". Dadurch sei eine besonders artenreiche Tier- und Pflanzenwelt verloren gegangen. Gewässer würden verschmutzt, Böden erodierten, klimaschädliche Gase gelangten in die Atmosphäre.
Die Deutsche Bank war nach Darstellung der Umweltschützer zu Gesprächen bereit, nachdem Robin Wood-Aktivisten am 10. November vor der Zentrale der Deutschen Bank mit einer Kletteraktion die öffentliche Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt hätten. Eine Verhandlungsrunde sowie etliche Telefonate seien gefolgt.
Am 19. Dezember habe sich Robin Wood dann gemeinsam mit den Organisationen Rettet den Regenwald, urgewald und Global 2000, die die Proteste gegen die Deutsche Bank "mitgestaltet" hätten, in einem Schreiben an den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Josef Ackermann, gewandt. "Darin kündigten wir Kampagnen auf nationaler und internationaler Ebene an für den Fall, dass die Deutsche Bank an dem Projekt festhalte."
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