Über 54 Prozent der Stimmen

Evo Morales erster bolivanischer Präsident indigener Herkunft

Evo Morales wird mit 54,2 Prozent der Stimmen der erste bolivanische Präsident indigener Herkunft. Morales' Konkurrent, Ex-Präsident Jorge Quiroga, hat bereits am Montag seine Niederlage eingestanden und Morales gratuliert - noch vor der offiziellen Verkündung des Wahlergebnisses. Mit der Wahl des ehemaligen Koka-Bauern und Gewerkschaftsführers ist in Lateinamerika ein weiterer Politiker gewählt worden, der sich gegen eine neoliberale Marktwirtschaft ausgesprochen hat. So folgte bald nach der Wahl die Ankündigung, den Versorger gas natural per Dekret verstaatlichen zu wollen.

"Endlich ist das Volk an der Macht", sagte Morales vor seinen feiernden Anhängern im Hochland um La Paz. "Wir werden das Land verändern," verspricht er.

Strittigste Frage im Wahlkampf war, wer zukünftig die reichen Erdgasvorkommen im Osten des Landes nutzen darf und von den Geldeinnahmen profitiert. Morales, der diesbezügliche Proteste anführte, hatte im Wahlkampf die Möglichkeit angesprochen, den Erdgasabbau zu verstaatlichen, wenn die Verhandlungen mit den amerikanischen Energiekonzernen kein gutes Ergebnis für das bolivianische Volk brächten - eine Haltung, die die Vereinigten Staaten mit Sorge betrachten.

Auch die Tatsache, dass Morales sich im Wahlkampf für die Legalisierung des Koka-Anbaus stark gemacht hat, konterkariert die amerikanische Anti-Drogenpolitik. Morales hat sich am Sonntag nach Angaben der BBC dennoch ausdrücklich für gute Beziehungen zu den Vereinigten Staaten ausgesprochen, allerdings "nicht in einer Beziehung der Unterwürfigkeit".

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