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Deutsche Bank überprüft Geschäft mit indonesischem Zellstoff-Konzern

Gegen Regenwald-Kahlschlag

Die Deutsche Bank legt nach Angaben von Umweltschützern ihr Engagement als Finanzberater (Financial Advisor) bei dem indonesischen Zellstoff-Unternehmen United Fiber System (UFS) vorerst auf Eis. Sie reagiere damit auf Kritik von Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen, die befürchten, dass UFS für seine Zellstoffproduktion großflächig tropischen Regenwald zerstören werde, teilten Robin Wood und Urgewald am Freitag mit. Die Umweltorganisationen bezeichneten die Entscheidung der Deutschen Bank als einen Schritt in die richtige Richtung. Damit sei das Projekt zwar noch nicht endgültig vom Tisch, aber es biete sich die Chance, seine ökologischen und sozialen Auswirkungen eingehender zu prüfen.

UFS plant nach Angaben der Umweltschützer den Bau einer Zellstoff-Fabrik und eines Werkes für Holzhackschnitzel in Süd-Borneo und möchte gleichzeitig das in der Nähe dieser Fabriken gelegene Zellstoffwerk Kiani Kertas übernehmen. Die indonesische Umweltschutzorganisation Walhi kritisiert, dass eine nachhaltige Holzversorgung von UFS und Kiani Kertas nicht gewährleistet sei. Vielmehr werde der Druck auf die letzen Wälder Borneos weiter erhöht und durch die fortschreitende Waldzerstörung vielen Menschen vor Ort die Lebensgrundlage entzogen.

Die Deutsche Bank war von UFS als Financial Advisor beauftragt worden, den Zukauf der Zellstoff-Fabrik Kiani Kertas zu koordinieren, so Robin Wood. Verschiedene Umweltorganisationen protestierten dagegen, unter anderem mit einer Kletteraktion an der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt. Nach einer Verhandlungsrunde und etlichen Telefonaten wolle die Deutsche Bank das UFS-Geschäft nun auf den Prüfstand stellen und sich noch im Dezember ein weiteres Mal mit VertreterInnen von Umweltorganisationen treffen. "Until this meeting Deutsche Bank is willing to keep the discussion with UFS on hold [Bis zu diesem Treffen ist die Deutsche Bank bereit, die Diskussion mit UFS auf Eis zu legen]", zitieren die Umweltschützer eine Erklärung der Deutschen Bank.

"Nach den bitteren Erfahrungen mit den Fehlinvestitionen in die indonesische Zellstoff-Firma Asia Pulp and Paper, die riesige Flächen Regenwald zerstört und seit 2001 ihre Schuldenzahlungen eingestellt hat, muss die Deutsche Bank nun zeigen, ob sie aus ihren Fehlern gelernt hat", sagte Lydia Bartz von urgewald.

Pro Jahr werden in Indonesien nach Angaben der Umweltschützer rund 2,8 Millionen Hektar Regenwald gerodet. 70 Prozent des Holzes, das in Indonesien für die Zellstoffproduktion verwendet werde, stamme aus dem Regenwald. Laut Berechnungen des "Center for International Forestry Research" seien überdies 40 Prozent der Einschläge für die Papier- und Zellstoffproduktion in Indonesien illegal. Die indonesischen Zellstoffwerke mit ihren extremen Überkapazitäten konzentrierten sich bisher vor allem auf die zweitgrößte Insel des Landes, Sumatra. Allein für die Zellstoff- und Papierproduktion sei dort in den 90er Jahren eine Fläche von 835.000 Hektar Naturwald gerodet worden. Sumatras Tieflandregenwälder sind nach Angaben der Umweltschützer heute zum größten Teil zerstört. "Nun soll auch Borneo geplündert werden", warnen sie.

"Wir sind überzeugt, dass die KundInnen und AktionärInnen der Deutschen Bank nicht damit einverstanden sind, wenn ihr Geldinstitut Geschäfte mit dem Raubbau am Regenwald macht" sagte Robin-Wood-Tropenwaldreferent Peter Gerhardt. "Wir begrüßen den Dialog mit der Deutschen Bank und sind zuversichtlich, dass sie ihrer Verantwortung gerecht wird und sich endgültig aus diesem Projekt zurückzieht."

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