"Herr der vollen Kassen"

IPPNW fordert von Energiekonzern E.On 20-Milliarden-Investitionsprogramm

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, hat das 25-Milliarden-Euro-Wachstumspaket der Bundesregierung kritisiert. "Gemessen an der Größe der Aufgabe fällt es zu gering aus", sagte Walter den "Ruhr Nachrichten". Die Finanzierung über neue Schulden und höhere Steuern sei zudem falsch. Walter plädierte stattdessen für Privatisierungen von Infrastruktur. Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW hält ebenso wie Walter das 25-Milliarden-Euro-Programm der Bundesregierung für "zu gering". Die IPPNW empfiehlt Bundeskanzlerin Angela Merkel, den Energiekonzern E.On für die Zukunftsinvestitionen in Deutschland mit in die Pflicht zu nehmen. Presseberichten zufolge solle E.On in seinen Kassen zwischen 15 und 20 Milliarden Euro liquide Mittel haben. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung bezeichnete Konzernchef Wulf Bernotat angesichts der hohen Barmittelbestände im vergangenen Jahr als den "Herrn der vollen Kassen". Die Zeitung fragte bereits: "Wohin mit dem vielen Geld?".

Laut Financial Times Deutschland vom 11. November dringen die an E.On beteiligten Fonds, Versicherungen und Banken auf eine Sonderzahlung an die Aktionäre. Oder das Kapital solle baldmöglichst investiert werden.

Nach Auffassung der IPPNW werden diese Mittel des Strom-, Gas- und Atomkonzerns dringend benötigt für den Umbau der Energiewirtschaft. "Alle sind sich doch einig in dem Ziel, möglichst schnell wegzukommen von der Abhängigkeit von Öl, Gas und Uran", sagte ein Sprecher der IPPNW. "Die Milliarden des Energiekonzerns sollten für Investitionen in Sonne, Wind, Wasser und Biomasse, sowie für den Zwischenspeicher Wasserstoff und für Energiesparinvestitionen zur Verfügung stehen. Die Strom- und Gaskunden des Energiekonzerns haben dieses Geld aufgebracht. Jetzt sollte es auch zurückfließen in Investitionen, die den Kunden und der Allgemeinheit zugute kommen."

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