Korb für Präsident Köhler

Friedensaktivistin Gladysch lehnt Bundesverdienstkreuz wegen Asylpolitik ab

Die Düsseldorfer Friedens- und Menschenrechtsaktivistin Barbara Gladysch lehnt nach Medieninformationen die Annahme des Bundesverdienstkreuzes ab. Grund dafür sei Kritik an der Flüchtlings-und Asylpolitik der Bundesregierung, berichtet die "tageszeitung" (taz) in ihrer NRW-Ausgabe am Mittwoch. Das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland sollte der 65-jährigen pensionierten Sonderschullehrerin danach ursprünglich am 11. Januar 2006 im Düsseldorfer Rathaus verliehen werden.

In einem Schreiben an Bundespräsident Horst Köhler, aus dem die Zeitung zitiert, begründet Gladysch ihre Ablehnung damit, dass ihr Eintreten für von Abschiebung bedrohte Flüchtlinge "nach meiner Vorstellung und nach meiner Erfahrung genau im Widerspruch zu der vergangenen und gegenwärtigen bundesdeutschen Regierungspolitik steht". Zudem beklage sie "die unverantwortliche Handlungsunfähigkeit der deutschen Regierung in Bezug auf die andauernden, gravierenden Menschenrechtsverletzungen in Tschetschenien".

Für ihre Aktivitäten im Bereich Friedenserziehung, Friedensförderung und Friedenserhaltung war Gladysch den Angaben zufolge bereits 1998 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden. In diesem Jahr erhielt die Gründerin der Frauenfriedensinitiative "Mütter für den Frieden" den Düsseldorfer sowie den Bremer Friedenspreis.

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