Berlin & München

Offenbar tägliche Grenzwertüberschreitung bei Feinstäuben

Deutschland bekommt das Feinstaub-Problem offenbar nicht in den Griff. Einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge verzeichnen einige Messstationen seit Jahresbeginn nahezu täglich Überschreitungen der zulässigen Grenzwerte. Danach ist Berlin die staubigste Stadt: Von den zehn Messpunkten mit der höchsten Belastung lägen allein fünf in der Bundeshauptstadt. Die Messstationen in den Bezirken Friedrichshain und Neukölln hätten seit Jahresbeginn 16 Überschreitungen gemeldet. In München wurden offenbar schon an 11 Tagen der Grenzwert nicht eingehalten.

Die EU-Feinstaub-Richtlinie erlaube 35 Grenzwertüberschreitungen im Jahr. Der EU-Tagesgrenzwert liege bei 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft. An der Landshuter Allee in München, wo im vergangenen Jahr zeitweise die Messstelle mit den häufigsten Verstößen gestanden habe, habe das Umweltbundesamt (UBA) bisher schon elf Tage mit Übertritten gemessen.

Das Umweltbundesamt forderte erneut dazu auf, das Problem rasch anzugehen. "Wir können nicht immer Grenzwerte überschreiten", sagte UBA-Feinstaubexperte Wolf-Dieter Garber dem Blatt.

Umweltplakette gegen Feinstaub

Demgegenüber verweisen die Städte auf fehlende Rechtsgrundlagen, um gegen die steigende Feinstaub-Belastung durchzugreifen. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Stephan Articus, rief die Politik auf, die Kommunen mit dem Feinstaubproblem nicht allein zu lassen und sich rasch auf eine "Umweltplakette" zu einigen.

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