Integration
Hamburg will Migrantenkinder zu Sprachkursen schicken
In Hamburg sei mit einem Anteil von 18,6 Prozent fast jeder fünfte Schüler ausländischer Herkunft. Die Kurse sollen auch für deutsche Kinder mit mangelhaften Sprachkenntnissen gelten.
Grundsätzlich freiwillig bleiben soll in Hamburg hingegen die Regelung zur Pausensprache auf dem Schulhof. Hier wolle die Bildungsbehörde den Schulen keine Pflicht überstülpen. Wenn Hamburger Schulen etwa dem Berliner Vorbild folgen wollten, könnten sie dies auf freiwilliger Basis tun.
Auch die Kölner Bildungsbehörde sieht hier keinen Handlungsbedarf. Eine Pflicht zur deutschen Sprache wäre "unpädagogisch", meint Kölns Schuldezernent Guido Kahlen. Auch unterhielten sich Kinder mit verschiedenen sprachlichen Hintergründen auf dem Schulhof "praktischerweise" ohnehin auf Deutsch. Nach Angaben Kahlens liegt in Köln je nach Schulform der Anteil von Kindern aus Migrationfamilien zwischen 18 und über 50 Prozent.
In Stuttgart wird eine Deutsch-Pflicht auf dem Schulhof gleichfalls kritisch gesehen. Der Internationale Ausschuss des Stuttgarter Gemeinderates sprach sich gegen ein Verbot anderer Sprachen in Schulpausen aus. Zwar bräuchten Migrantenkinder mehr Anlässe und Anreize in der Schule, um Deutsch zu sprechen. Die Muttersprache spiele bei der Kindesentwicklung aber eine ebenso wichtige Rolle.
Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Doris Ahnen hält ein Verbot anderer Sprachen als Deutsch auf dem Pausenhof ebenfalls für nicht sinnvoll. Ahnen sagte, es sei "keine Frage", dass Schulen die Aufgabe hätten, die Deutsch-Kompetenz der Kinder zu stärken. Rheinland-Pfalz tue dies etwa mit einer intensiven Sprachförderung in den Kitas und mit Deutsch-Förderangeboten in den Schulen.
Auslöser der Debatte ist eine Regelung an der Herbert-Hoover-Realschule in Berlin-Wedding, wonach an der Schule auch außerhalb des Unterrichts nur Deutsch gesprochen werden soll.
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Am 30. Jan. 2006 unter:
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