Zweiter Weltkrieg

Anklage gegen Wehrmachts-Soldaten wegen Massaker in Civitella erhoben

Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hat gegen einen ehemaligen Angehörigen der Wehrmacht Anklage wegen Mordes erhoben. Der 84-Jährige aus dem Raum Tübingen soll am 29. Juni 1944 die Erschießung zahlreicher italienischer Zivilisten im italienischen Dorf Civitella angeordnet und beaufsichtigt haben, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag mitteilte. Dabei seien 18 von 20 Männern, die erschossen werden sollten, ums Leben gekommen, zweien gelang schwer verletzt die Flucht.

Elf Tage zuvor hatten italienische Partisanen in dem Dorf zwei deutsche Soldaten erschossen, weshalb die so genannte Sühneaktion angeordnet worden sei. Insgesamt wurden am 29. Juni 1944 in Civitella und Umgebung 89 Menschen getötet. Der Beschuldigte habe die Exekution geleitet. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft war der Beschuldigte "nicht nur bloßer Befehlsempfänger". Er habe "einen eigenen Handlungsspielraum" gehabt. Die Staatsanwaltschaft geht daher von einer "grausamen Begehungsweise" aus.

Das Landgericht Tübingen muss nun darüber entscheiden, ob die Anklage zugelassen und dem 84-Jährigen der Prozess gemacht wird. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft wollte sich "nicht zum Rang oder Dienstgrad" des Beschuldigten äußern, um dessen Identifizierung zu vermeiden.

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