DJV für Gesetz gegen Medienübermacht

Springer gibt ProSiebenSat.1-Übernahme auf

Der Axel-Springer-Verlag wird die ProSiebenSat.1 Media AG nicht übernehmen. Das teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Der Deutsche Journalisten-Verband begrüßte die Mitteilung als "eine gute Entscheidung für den Fortbestand der Medienvielfalt in Deutschland". Der Verband forderte jedoch gesetzliche Regelungen, um die Bildung einer überragenden Medienmacht aus Print- und Rundfunkunternehmen dauerhaft zu verhindern.

"Auch wenn die akute Bedrohung der Meinungsvielfalt nun vom Tisch ist, bleibt unsere Forderung an die Politik bestehen, endlich Crossmedia-Regeln zu schaffen", sagte der DJV-Vorsitzende Michael Konken. Die Bildung einer überragenden Medienmacht aus Print- und Rundfunkunternehmen müsse durch gesetzliche Regelungen auf Dauer verhindert werden.

Der DJV-Vorsitzende dankte der Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) und dem Bundeskartellamt für ihre klare Ablehnung der Springer-Fusion. Die Verantwortlichen dieser Gremien seien durch ihre klaren Voten ihrer Verantwortung für Medienvielfalt und Meinungsfreiheit in Deutschland gerecht geworden.

Das Bundeskartellamt hatte den beabsichtigten Kauf der ProSiebenSat.1 Media AG durch Springer am 23. Januar untersagt. Die Axel Springer AG hatte daraufhin angekündigt, Rechtsmittel und Optionen zu prüfen. "Auf Grund der zahlreichen wirtschaftlichen und juristischen Unsicherheiten" und möglicher Klagen entsünden "unzumutbare Risiken", teilte Springer mit. Daher werde die Übernahme aufgegeben.

Zur ProSiebenSat.1-Gruppe gehören Sat.1, ProSieben, kabel eins, der Nachrichtensender N24 und der Quizsender 9Live.

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