Oberverwaltungsgericht
Bundespolizei darf Atomgegner nicht zur Kasse bitten
In der Klage ging es unter anderem um eine besonders öffentlichkeitswirksame "Betonblock-Aktion" gegen den Atommüll-Transport ("Castor-Transport") nach Gorleben im März 2001, an der sich auch "Aktivisten" der Umweltschutzorganisation Robin Wood und "aus dem wendländischen Widerstand" beteiligt hatten. Sie sollten zusammen rund 7.300 Euro für den Einsatz des in Bundespolizei umbenannten Bundesgrenzschutzes bezahlen.
Das Grenzschutzpräsidum Nord hatte nach Angaben von Robin Wood sieben Personen, die an verschiedenen Ankettaktionen gegen den Atomtransport beteiligt gewesen seien, Leistungsbescheide geschickt. Darin hätte die Bundespolizei den Atomkraftgegnern Kosten für eingesetztes Personal, Fahrzeuge und Geräte in Rechnung gestellt. Die UmweltschützerInnen hatten gegen die Bescheide geklagt. Am 22. Februar 2005 hatte ihnen das Verwaltungsgericht Schleswig den Angaben zufolge Recht gegeben. Die Bundespolizei hätte daraufhin Berufung eingelegt, die nun von Oberverwaltungsgericht zurückgewiesen wurde.
"Das Gericht hat bestätigt, dass es keine demokratiefreien Zonen gibt. Auch Bahngleise sind nicht sakrosankt", sagte Rechtsanwalt Dieter Magsam, der einen der Aktivisten vor Gericht vertrat. "Heute hat sich noch einmal gezeigt, wie großspurig die Stellungnahme des damaligen Bundesinnenministers Otto Schily war, als er direkt nach den Aktionen den CASTOR-Gegnern drohte, sie müssten die Kosten für den Polizeieinsatz tragen."
"Das heutige Urteil stärkt die Demonstrationsfreiheit", meint Jürgen Sattari von Robin Wood. "Demonstranten müssen darauf vertrauen können, dass sie vor Ort erfahren, ab wann eine Versammlung nicht mehr unter dem Schutz des Grundgesetzes steht. Im Nachhinein einfach die Rechnung zu präsentieren, funktioniert nicht."
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Am 15. Feb. 2006 unter:
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