Merkel auf Rügen

Behörden töten Geflügelbestände auf Rügen

Nach Angaben der Bundesregierung haben die Behörden auf Rügen begonnen, besonders gefährdete Geflügelbestände zu töten. Grund sei die sich "ausbreitende Vogelgrippe". Bundeskanzlerin Angela Merkel reiste am Sonntagnachmittag auf die Insel. Gemeinsam mit Till Backhaus, Landwirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, machte sie sich ein Bild über die Situation vor Ort. Inzwischen seider Virus bei weiteren Vogelarten festgestellt worden. Überwiegend seien Schwäne betroffen, aber auch ein Bussard, Kormorane, Möwen, Wildenten und Wildgänse, so Backhaus. Ganz Rügen wurde zur Schutzzone erklärt. Die Haustierbestände würden rein vorsorglich gekeult, sagte Backhaus. Bei Hühnern und Enten sei bisher keinerlei Befund festgestellt worden.

Die Kanzlerin bot dem Landkreis Rügen weitere Hilfe an. Es sei wichtig, "dass wir alles tun, damit das Hausgeflügel getrennt bleibt von dem Wildgeflügel". Berührungspunkte in den Ställen müssten vermieden werden.

Eine Gefahr für die Geflügelbestände geht nach Angaben der Bundesregierung von der bald einsetzenden Rückkehr der Zugvögel aus. Da das Virus auch in Afrika nachgewiesen worden sei, stellten alle Flugrouten ein hohes Risiko dar.

Wirksamen Schutz biete gegenwärtig nur die Unterbringung des Geflügels in Ställen, um Kontakte mit Wildvögeln zu vermeiden. Die so genannte Aufstallungspflicht ist nach Auffassung der Bundesregierung notwendig. Sie gelte deutschlandweit ab dem 17. Februar bis etwa Ende April.

Die Bundesregierung kündigte an, sich beim EU-Agrarrat am 20. Februar dafür einzusetzen, dass die Kontrollen an den EU-Außengrenzen verstärkt würden. Außerdem wolle Deutschland hier eine Deklarationspflicht vorschlagen. Reisende müssten dann erklären, dass sie entsprechende Produkte nicht mit sich führen.

Der zurzeit zur Verfügung stehende Impfstoff für Geflügel biete nur bedingten Schutz. Nach Experten-Aussagen könnten infizierte Tiere, die selbst nicht erkrankt seien, den Virus auch nach einer Impfung noch weitergeben. Das Problem sei, dass sich bei geimpften Tiere infizierte und nichtinfizierte Tiere nicht mehr unterscheiden ließen.

Daraus ergebe sich die Gefahr einer verdeckten und unkontrollierten Ausbreitung der Erkrankung. Deshalb lehne die Bundesregierung eine Impfung ab. Gleichzeitig werde aber die Forschung an einem so genannten Markerimpfstoff gefördert, der dieses Problem lösen könne.

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