headerquote

Seite 1 bei Google kann so einfach sein.

unabhängige Autoren mit eigener Meinung

Dachdecker-Demo gegen Rente mit 67

"Rentenkürzung"

Die geplante Einführung der Rente mit 67 sorgt weiter für Proteste. Am Samstag demonstrierten in Köln Dachdecker gegen die Erhöhung des Renteneintrittsalters. Die Dachdecker forderten Bundessozialminister Franz Müntefering (SPD) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu einer "Dach-Visite" auf. "Wir wollen beiden Spitzenpolitikern ein Gespür für den rauen Job auf deutschen Dächern geben", sagte Rolf Steinmann vom Vorstand der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU). Keinem Dachdecker sei es zuzumuten, mit 67 noch über den Dachfirst zu klettern. Im Durchschnitt gehe ein Dachdecker heute mit 58 Jahren in Rente. "Dann ist er körperlich kaputt - und weiß, was er geleistet hat", so Steinmann. Die Rente mit 67 kritisierte er als "Rentenkürzung durch die Hintertür", über die die "Kollegen nur mit dem Kopf schütteln" könnten.

Merkel (Jahrgang 1954) bekomme einen Gutschein für das Jahr 2021, so Steinmann. Dann könne sie den Beweis liefern, dass man mit 67 Jahren für die Arbeit auf dem Dach schlichtweg zu alt sei. Müntefering (heute 66 Jahre) dürfe sofort auf den First, um möglichst rasch ein realistisches Gefühl fürs deutsche Dach zu entwickeln.

Ein weiterer Schwerpunkt des Protestes war die Forderung der Dachdecker nach einer Lohnerhöhung. "Wir werden mit einer Forderung von 3,5 Prozent mehr Lohn in die bevorstehende Tarifrunde starten", kündigte Steinmann als Chef-Verhandler der IG BAU für die Dachdecker an. Zudem will die Gewerkschaft eine ganzjährige Beschäftigung in den Betrieben. "Und wir erwarten, dass die Arbeitgeber ohne Vorbedingungen in die anstehenden Tarifverhandlungen gehen", ergänzte der Gewerkschafter.

Steinmann verwies zudem darauf, dass die Bedachungsbranche keineswegs in vollem Umfang von der Krise im Bauhauptgewerbe betroffen sei: "Da jammern die Arbeitgeber auf hohen Niveau." Zudem sei der Tarifvertrag bereits im vergangenem Sommer ausgelaufen, so dass die Beschäftigten seit Monaten bei der Lohnanpassung eine "Nullrunde" lieferten.

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!