Sprachverbot

Runder Tisch in Baden-Württemberg lehnt Deutschpflicht ab

Der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) ist mit seinem Vorstoß für eine generelle Deutschpflicht auf Schulhöfen auf Ablehnung gestoßen. Bei einem von seinem Kultusminister Helmut Rau (CDU) einberufenen Runden Tisch rieten die Teilnehmer am Montag einmütig von einer gesetzlich verordneten Deutschpflicht ab, wie das Kultusministerium in Stuttgart mitteilte.

Zu dem Treffen hatte Rau Vertreter von Schülern, Eltern, Verbänden, Ministerien, Kirchen und Organisationen sowie Ausländerbeauftragte eingeladen. Dem Ministerium zufolge sprachen sie sich überwiegend gegen ein Verbot von anderen Sprachen auf dem Schulhof aus. Die Schulen sollten allerdings im Einzelfall auf Grundlage des bestehenden Schulgesetzes handeln, wenn Fremdsprachen zur Ausgrenzung anderer Schüler oder zur Beschimpfung von Lehrkräften und Mitschülern verwendet würden.

Ihre ablehnende Haltung begründeten die Teilnehmer unter anderem mit dem Hinweis, eine Deutschpflicht könnte Kindern und Eltern ausländischer Herkunft vermitteln, dass ihre Herkunftssprache nur eine geringe Wertschätzung erfährt.

Oettinger hatte Anfang Februar angeregt, für die staatlichen Schulen eine generelle Deutschpflicht nach dem Vorbild der Berliner Herbert-Hoover-Schule zu prüfen. Dort darf auf dem Schulhof nur Deutsch gesprochen werden.

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