Jetzt mit Dampfsperren
Beim Bau des Atomkraftwerks in Finnland soll poröser Beton verwendet worden sein
Laut Landtman beruhen die Qualitätsprobleme auf einer fehlerhaften Betonmischung, die den Beton zu porös gemacht habe, schreibt die tageszeitung. Dieser könne nun zu viel Feuchtigkeit an sich binden. Eine Gefahr für die künftige Sicherheit oder Standfestigkeit des Atomkraftwerks soll nach Darstellung von Olkiluoto nicht darstellen. Deshalb werde man den für das Fundament bereits verbauten minderwertigen Beton auch nicht wieder entfernen, sondern versuchen, dem Feuchtigkeitsproblem mit zusätzlichen Dampfsperren zu begegnen.
Bisher sind den Angaben zufolge 40.000 der für den Bau geplanten 250.000 Kubikmeter Beton gegossen worden. Dass man erst jetzt auf die fehlerhafte Betonmischung aufmerksam wurde, sehe der Bauherr Teollisuuden Voima (TVO) nicht als ein Problem der Qualitätssicherung an. Vielmehr sprächen die Ereignisse dafür, dass diese funktioniere.
Kritiker hatten von Anfang an Bedenken geäußert, ob der Discount-Festpreis, zu dem Finnland sein fünftes Atomkraftwerk bekommt, nicht zulasten der Qualität gingen, schreibt die tageszeitung weiter. Der jetzt bekannt gewordene "Betonpfusch" sei nicht unbedingt dazu angetan, diese Bedenken zu zerstreuen. Die Atomindustrie sei so sehr daran interessiert gewesen, ein Referenzobjekt des weltweit ersten Prototypen der Reaktorengeneration EPR vorweisen zu können, dass man TVO versprochen habe, einen 1.600-Megawatt-Reaktor für einen angesichts der tatsächlichen Baukosten "unrealistischen Sonderpreis von 3 Milliarden Euro" zu liefern.
Der britische Atomsicherheitsexperte John Large habe in einem Rapport deshalb auch die Sicherheit der geplanten Konstruktion grundsätzlich in Frage gestellt. Die Baugenehmigung sei aufgrund des politischen und wirtschaftlichen Drucks innerhalb von 13 Monaten durchgepeitscht worden, obwohl vergleichbare Genehmigungsverfahren sonst sieben bis acht Jahre in Anspruch genommen hätten.
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Am 22. Feb. 2006 unter:
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