Geheimdienst versus Geheimdienst

"New York Times" beharrt auf Geheimdienst-Darstellung zu BND-Aktivitäten im Irak

Die von der "New York Times" verbreitete Darstellung von US-Geheimdiensten und die öffentlichen Äußerungen des deutschen Geheimdienstes BND über die Zeit vor dem Irakkrieg stehen zueinander in klarem Widerspruch. Die "New York Times" hält an ihrem Bericht über eine angebliche Weitergabe irakischer Verteidigungspläne an die USA durch Agenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) fest. Chefredakteur Bill Keller schrieb in einer in der Zeitung veröffentlichten Stellungnahme, dass die Angaben der amerikanischen Geheimdienste "entschieden darlegen", dass die Zeichnung über irakische Verteidigungslinien in Bagdad von deutscher Seite vor Beginn des Golfkrieges im Frühjahr 2003 besorgt worden sei. Die deutsche Bundesregierung und der deutsche Bundesnachrichtendiesnt (BND) hatten am Montag die Darstellung der Zeitung als "falsch" zurückgwiesen.

Die Behauptung, die beiden BND-Mitarbeiter hätten den Plan Saddam Husseins zur Verteidigung Bagdads beschafft und den USA einen Monat vor Kriegsausbruch übermittelt, treffe nicht zu. Auch sei ein solcher Plan bislang dem BND und damit auch der Bundesregierung nicht bekannt gewesen, behauptet die deutsche Seite.

Nach den von der "New York Times" angeblich "zitierten" US-Geheimpapieren hatten die Deutschen die Zeichnung "von einer ihrer Quellen in Bagdad mit unbekannter Identität" erhalten. Nach Beginn des Krieges hätten die beiden Agenten "ihre Aktivitäten eingestellt und sich in die französische Botschaft begeben", heißt es weiter.

Die Zeichnung der irakischen Verteidigungslinien sei am 18. Dezember 2002 auf einem Treffen des damaligen Staatschefs Saddam Hussein und seiner obersten Militärkommandeure vorgestellt worden. Die USA hätten die Zeichnung am 3. Februar 2003 erhalten, einen Monat vor Beginn des Krieges.

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