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Amnesty beklagt Selbstmordversuche im US-Gefangenenlager Guantánamo

Hungerstreik

Nach Darstellung der Menschenrechtsorganisation Amnesty International werden auf dem US-Marinestützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba fünfhundert Männer aus 35 Ländern zum Teil seit Jahren festgehalten. Dutzende von ihnen befänden sich zurzeit im Hungerstreik: Im Dezember 2005 habe das US-Verteidigungsministerium erklärt, dass gut 30 dieser Gefangenen durch die Nase oder intravenös zwangsernährt würden. Laut Amnesty haben zahlreiche Häftlinge Selbstmordversuche unternommen. Neun Gefangene würden weiterhin festgehalten, obwohl sie von der US-Regierung nicht mehr als "feindliche Kämpfer" eingestuft würden.

"Die Hungerstreikenden auf Guantánamo fordern nichts anderes, als nach rechtsstaatlichen Verfahren angeklagt oder freigelassen zu werden", sagte Sumit Bhattacharyya, USA-Experte der Menschenrechtsorganisation. Zudem forderten sie, dass Mitarbeiter von Menschenrechtsorganisationen sie besuchen könnten. Viele betroffene Familien wüssten zwar, dass ihre Angehörigen von den USA festgehalten würden, sie hätten jedoch praktisch keine Nachrichten aus Guantánamo erhalten. Andere wüssten nicht einmal, wo ihre Angehörigen festgehalten werden und ob sie noch am Leben seien.

"Geheime Haft bedeutet gleich doppelt eine schwere Misshandlung: Sie misshandelt den Gefangenen, und sie misshandelt seine Angehörigen, die in quälender Ungewissheit leben müssen, oft ohne den Ernährer der Familie, oft stigmatisiert. Viele der Ex-Gefangenen werden auf Jahre hinaus an den körperlichen und psychischen Folgen ihres Aufenthalts in Guantánamo leiden", sagte Bhattacharyya.

Amnesty international fordert von der US-Regierung, eine Liste aller in Guantánamo oder anderswo Inhaftierten zu veröffentlichen sowie alle Guantánamo-Häftlinge anzuklagen oder freizulassen. Guantánamo solle geschlossen werden. Zudem fordert die Organisation "alle anderen US-Haftzentren" für unabhängige Untersuchungen zugänglich zu machen. Alle Vorwürfe bezüglich Folter und Misshandlungen von Gefangenen unter US-Aufsicht sollten untersucht werden.

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