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Staatsakt für Johannes Rau

Militärisches Abschiedszeremoniell

Mit einem Staatsakt in Berlin wurde am Dienstag das Leben und Wirken von Alt-Bundespräsident Johannes Rau gewürdigt. Rund 1.500 Gäste aus dem In- und Ausland kamen zum ökumenischen Gottesdienst und dem militärischen Abschiedszeremoniell. In seiner Gedenkrede würdigte Bundespräsident Horst Köhler seinen Vorgänger als großen Menschenfreund. Rau habe nicht nur die Hochachtung, sondern auch die Herzen seiner Mitmenschen gewonnen: "Er warb um Vertrauen, er weckte Vertrauen, und er hat das Vertrauen nicht enttäuscht."

Rau war am 27. Januar nach schwerer Krankheit im Alter von 75 Jahren gestorben. Er war mehr als 50 Jahre politisch aktiv. Von 1978 bis 1988 regierte er als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Von 1999 bis 2004 hatte Rau das höchste Staatsamt inne.

Als Bundespräsident unternahm Rau 79 Staats- und Auslandsbesuche, hielt 715 Reden und fertigte 671 Gesetze aus.

Seine Rede in deutscher Sprache vor dem israelischen Parlament, der Knesset, nannte Köhler einen Höhepunkt der deutsch-israelischen Beziehungen.

Dass Rau trotz seines guten Verhältnisses zu Israel von dem ehemaligen Palästinenserführer Yassir Arafat als einen "Neffen im Geiste für den Friedensprozess" im Nahen Osten bezeichnet wurde, ist nach Ansicht von Raus ehemaligem Sprecher Wolfgang Lieb ein Ausdruck der Fähigkeit von Johannes Rau, "Brücken zu bauen, Menschen, ja sogar Feinde zusammenführen".

Dass das Ruhrgebiet fast eine halbe Million Bergleute und mehr als zweihunderttausend Stahlarbeiter und der Niederrhein und das Münsterland hunderttausende in der Textilindustrie Beschäftigte verloren habe, ohne dass es zu Unruhen gekommen sei und ohne dass die Menschen "ins Bergfreie" gefallen seien, hat für Liebe "ganz viel mit Johannes Rau zu tun".

Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer bezeichnete Rau als einen "Mann des Friedens". Dies habe erst recht für den Frieden zwischen den Religionen gegolten.

Auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Wolfgang Huber, verwies in seiner Predigt auf Raus stetes Bemühen um Versöhnung: "Er warb für ein Zusammenleben von Deutschen und Ausländern ohne Angst und Träumereien."

Beisetzung auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof

Nach einem militärischen Abschiedszeremoniell vor dem Berliner Dom wurde Rau auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte beigesetzt. Nur die Familie und engste Freunde nahmen an der Zeremonie teil.

Der Dorotheenstädtische Friedhof ist die letzte Ruhestätte für viele bekannte Persönlichkeiten. Die Schriftsteller Bertolt Brecht und Heinrich Mann, Philosophen wie Georg Wilhelm Friedrich Hegel und Johann Gottlieb Fichte und der Komponist Hanns Eisler sind hier begraben.

Nach der Beisetzung gab der Bundespräsident im Berliner Rathaus einen Trauerempfang. Das Bundesinnenministerium hatte für das ganze Bundesgebiet an diesem Tag Trauerbeflaggung angeordnet.

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