Deutsch-französischer Protest
Atomkraftgegner stiegen Siemens wegen geplantem Atomkraftwerk aufs Dach
In Flamanville in der Normandie ist der Bau eines Atomkraftwerks vom Typ "Europäischer Druckwasser-Reaktor" (EPR) geplant. Hersteller des Atommeilers ist die Siemens-Beteiligungsgesellschaft Framatome ANP. Auch der Betrieb dieser "neuen AKW-Generation" birgt nach Auffassung der Atomkraftgegner "unkalkulierbare Gefahren". Zudem produziere auch dieses Atomkraftwerk radioaktiven Abfall, "für den es weltweit kein sicheres Endlager gibt".
Wie beim Bau neuer Atomkraftwerke "gepfuscht" werde, lasse sich derzeit im finnischen Olkiluoto beobachten. Dort errichtet das Konsortium Framatome-Siemens ein erstes Atomkraftwerk vom Typ Europäischen Druckwasser-Reaktor. "Für das Fundament des Vorzeige-Projektes wurde eine fehlerhafte Betonmischung verwendet, die den Beton zu porös werden lässt." Die finnische Strahlenschutzbehörde habe zudem Mängel an weiteren Komponenten entdeckt, dazu bislang aber keine Einzelheiten darüber veröffentlicht.
"20 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl hat Siemens noch immer nichts dazu gelernt", kritisiert Hanna Poddig von Robin Wood. "Wir brauchen keine neuen Atomkraftwerke in Europa, sondern sichere erneuerbare Energien." Radioaktivität kenne keine Grenzen, "unser Protest auch nicht", ergänzte Cécile Lecomte vom "Netzwerk Atomausstieg". In Europa dürfe es keine Renaissance der Atomenergie geben.
Die Anti-Atom-Bewegung mobilisiert derzeit europaweit mit einem internationalen Aufruf gegen den Europäischen Druckwasser-Reaktor in Frankreich. Über Ostern soll es im französischen Cherbourg eine Demonstration geben, auch als Erinnerung an die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl vor 20 Jahren.
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