Einkaufspolitik & Arbeitsbedingungen
Lidl weiter unter Druck von Globalisierungskritikern
Attac hatte im vergangenen August eine Kampagne gegen Lidl gestartet und seitdem in mehr als 50 Städten vor Filialen protestiert. "Die Geheimniskrämerei, die Lidl um die Herkunft der Produkte betreibt, verhindert bewusste Kaufentscheidungen", meinen die Globalisierungskritiker. Attac kritisiert das Motto "Geist ist geiler" und einen "Billig-Wahn der Discounter".
Die Organisationen begrüßen zwar, "dass sich Lidl überhaupt bewegt", halten die bisherigen Ankündigungen jedoch überwiegend "für Kosmetik". "Die Discounter sind mitverantwortlich für die miesen Arbeitsbedingungen auf den Bananenplantagen. Diese Verantwortung lässt sich nicht mit einigen wenigen fair gehandelten Bananen neben vielen Früchten aus Billig-Produktion beiseite schieben", meint Bettina Burkert von BanaFair. Notwendig sei eine veränderte Beschaffungspolitik für das ganze Sortiment.
Beim Thema Milchpreise habe sich Lidl zwar gesprächsbereit gezeigt, doch tatsächliche Veränderungen gebe es bisher keine, kritisierte Sonja Korspeter von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. Als starker Marktteilnehmer sei Lidl mitverantwortlich dafür, dass Milch unter den Produktionskosten verkauft werde und immer mehr Höfe aufgeben müssten. Diese Einkaufspolitik könnten die Bauern nicht länger akzeptieren: "Wenn die Dumping-Politik der Molkereien und der Supermärkte weiterläuft wie bisher, sehen sich die Bauern gezwungen, den Hahn zuzudrehen bis faire Preise erreicht sind." Lidl habe die Möglichkeit diesen Milchstreik abzuwenden.
Die Organisationen wollen auch andere Handelskonzerne "auffordern", soziale Rechte zu achten. "Lidl sei "das Zugpferd der Discountierung", doch die "Hauptsache-billig-Strategie" setze sich zunehmend im gesamten Einzelhandel durch. Dies gehe auf Kosten der Beschäftigten hier und in den globalen Zulieferketten. Die aggressive Expansions- und Preispolitik führe zu einem verschärften Konzentrationsprozess im Einzelhandel und damit zu immer stärkerem Druck auf die Produzenten.
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Am 15. Mär. 2006 unter:
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