Atomwaffensperrvertrag
Ärzte kritisieren Atomwaffen und Atomkraftwerke in Indien
Die IPPNW sieht in dem Atomabkommen "ein verheerendes Signal" an die atomwaffenfreien Unterzeichnerstaaten des Atomwaffensperrvertrages: Nukleare Hilfe für zivile Programme sei auch ohne Mitgliedschaft des Sperrvertrages zu bekommen. Gerade der Iran, der als Vertragsstaat darüber klage, dass ihm solche Hilfe verweigert werde, könnte das US-Indien-Abkommen als Ansporn nehmen Atomwaffen zu entwickeln, um das zu erreichen, was Indien jetzt erhalte.
Das ermutige letztlich die Weiterverbreitung von Atomwaffen, befürchtet die Generalsekretär der indischen Ärzteorganisation, Arun Mitra. "Gerade die internationale Atomlobby propagiert dieses Abkommen," so Mitra. Indien sollte ihres Erachstens "nicht in diese Falle tappen, nur weil es einen erhöhten Energiebedarf hat".
Auch Claußen kritisiert "ein Interesse der Atomindustrie, die weltweite Renaissance der Atomenergie zu fördern, obwohl dies der falsche Weg für Indien und unser aller Zukunft" sei. Experten gingen davon aus, dass das indische Atomkraftwerksprogramm bislang weit hinter seinen Ansprüchen zurückgeblieben sei. Eigentlich habe es bis zum Jahr 2000 eine Leistung von 43.500 Megawatt bereitstellen sollen. Nach 50 Jahren Betrieb speise es tatsächlich aber nur 3.300 Megawatt in das Stromnetz ein und decke damit nur 3 Prozent des indischen Energiebedarfs.
Nach wie vor decke das zentrale Energienetz nur einen Bruchteil des Landes ab. Dezentrale Formen der Energieversorgung wie erneuerbare Energien könnten Indiens Bedarf viel zügiger und besser abdecken.
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