Zuwanderungsgesetz

Bischöfe kritisieren "restriktive Tendenz" in Abschiebepraxis

Das Zuwanderungsgesetz bringt nach Darstellung der katholischen Bischöfe viele Asylbewerber und Einwanderer in Bedrängnis. "15 Monate nach Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes müssen wir feststellen, dass in die Auslegung und Umsetzung des Gesetzes eine zunehmend restriktive Tendenz Einzug gehalten hat", kritisierte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, am Dienstag in Berlin.

Lehmann kritisierte besonders die Bedingungen der Abschiebehaft, die "zu schnell, zu häufig und zu lange verhängt" werde. Zudem würden in Fällen von illegaler Einwanderung humanitäre Standards oft nicht sichergestellt. Lehmann betonte, Deutschland müsse endlich anerkennen, dass es seit Jahrzehnten ein Einwanderungsland sei. Die Herausforderungen und Schwierigkeiten einer Migrationsgesellschaft werde Deutschland nicht bestehen, wenn "wir aus einer Angststarre heraus und mit Abwehrreflexen darauf reagieren", mahnte Lehmann.

Vor allem Familien seien von der restriktiven deutschen Einwanderungspolitik betroffen, rügte der Vorsitzende der Migrationskommission der Bischofskonferenz, Josef Voß. "Abgeschoben werden auch Familien, deren Kinder in Deutschland aufgewachsen und teilweise sehr gut integriert sind", gab Voß zu bedenken.

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