Giftstoffe
Proteste gegen "Elektronikschrott" vor Computermesse Cebit
Die Branche dürfe nicht nur auf schickes Design und mehr Leistung setzen. Sie müsse auch dafür sorgen, dass ihre Produkte sauber werden und weder Menschen noch Umwelt gefährden.
Mit der wachsenden Nachfrage nach Computern, Handys, mp3-Playern und weiteren Geräten steige weltweit die Flut an Elektronikschrott. Damit nähmen auch die darin enthaltenen Schadstoffe zu, vor allem Schwermetalle und bromierte Flammschutzmittel. Einige Länder entledigten sich der Altgeräte, indem sie diese - häufig illegal - nach China oder Indien verschifften, "wo Arbeiter die ausgedienten Geräte ungeschützt und auf offener Straße auseinander nehmen, um Metalle und Kunststoffe zurückzugewinnen", so Greenpeace.
Eine Greenpeace-Studie über Elektroschrottbetriebe in China und Indien belege, dass durch das Recycling giftige Schwermetalle und organische Schadstoffe in die Umwelt gelangten und die Arbeiter belasteten. Besonders hoch seien die Konzentrationen der Schwermetalle Blei und Zinn, die zum Beispiel zum Löten verwendet würden. Auch die Werte von Kupfer und Cadmium, die in Kabeln und Batterien verwendet werden, seien stark erhöht. Bei den organischen Schadstoffen seien die Proben mit polybromierten Diphenylethern (PBDEs) besonders belastet gewesen. "Sie werden als Flammschutzmitteln in Gehäusen und Platinen eingesetzt."
Einige Konzerne handelten "bereits", schreibt die Umwelthschutzorganisation: Erst letzte Woche habe der Branchenriese Hewlett Packard angekündigt, bis 2007 "zu klären", wie er auf bromierte Flammschutzmittel und PVC verzichten könne. Auch LGE, Motorola, Nokia, Samsung, Sony und Sony Ericsson hätten Greenpeace "zugesichert, einige der Schadstoffe in Zukunft zu vermeiden". Acer, Apple, Dell, Fujitsu-Siemens, IBM, Lenovo, Panasonic, Siemens und Toshiba seien hingegen bislang nicht zu Zusagen bereit.
Die Cebit steht unter dem Motto "Join the vision". Die "Vision" von Greenpeace sind "giftfreie, langlebige Computer, die sich einfach und sicher reparieren, aufrüsten oder recyclen lassen und nicht als Giftmüll in asiatischen Hinterhöfen Menschen und die Umwelt vergiften".
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Am 09. Mär. 2006 unter:
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