Wieder in der Opposition
Grüne fordern schnelleren Atomausstieg als zu Regierungs-Zeiten
Bütikofer wies Forderungen von Union und Kraftwerksbetreibern nach längeren Laufzeiten von Atomkraftwerken in Deutschland zurück. Die Atomkraft dürfe "nicht unverantwortbar lange den Menschen zugemutet" werden, sagte er. Offen zeigte sich Bütikofer allerdings für eine Übertragung von Stromlastmengen frühzeitig abgeschalteter Kernkraftwerke auf andere, jüngere Atommeiler.
Bütikofer startete zusammen mit Co-Parteichefin Claudia Roth eine Tschernobyl-Kampagne der Grünen. An der Parteizentrale in Berlin wurde ein sechs mal vier Meter großes Transparent mit der Forderung "Kein Ausstieg vom Ausstieg" entrollt. Zudem werden die Grünen in 560 Kinos bei rund 14.000 Vorführungen einen Kinospot zeigen, um an den GAU vor 20 Jahren zu erinnern. Roth betonte, dies sei "keine Geschichtsstunde", sondern eine "Erinnerung in die Zukunft".
Nach Auffassung von Atomkraftgegnern ist der "Atomausstieg" der rot-grünen Bundesregierung reine Augenwischerei für die Öffentlichkeit. Tatsächlich habe die alte Bundesregierung den langjährigen Weiterbetrieb der deutschen Atomkraftwerke politisch und mit den Zwischenlagern auch ganz praktisch durchgesetzt. Mit den Atomkraftwerken Obrigheim und Stade seien in sieben Jahren rot-grüner Regierungszeit nur die zwei ältesten und kleinsten Atomanlagen stillgelegt worden. Keines der verbleibenden 17 Atomkraftwerke der 1300-Megawatt-Klasse sei bislang abgeschaltet worden. Trotz Tschernobyl.
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Am 24. Apr. 2006 unter:
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