Kongo-Einsatz

Naumann verweist auf Erfahrungen aus Kolonialzeit

Der ehemalige Vorsitzende des NATO-Militärausschusses, Klaus Naumann, weist Kritik am geplanten Einsatz der Bundeswehr in der Demokratischen Republik Kongo zurück. "Ich empfehle auf den Rat jener Länder zu hören, die seit ihrer Kolonialzeit Erfahrungen mit dem Einsatzgebiet haben", sagte Naumann der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er bezog sich dabei auf die Kritik des Bundeswehrverbands, mit 1500 Soldaten könne die EU in der Kongo-Hauptstadt Kinshasa die Parlamentswahl im Juli nicht schützen. Unverzichtbare Voraussetzung für einen wirkungsvollen Einsatz sei, dass die Regeln für das EU-Kontingent einheitlich und so formuliert seien, dass sich die Truppe Respekt verschaffen könne, sagte Naumann.

Sonderbeschränkungen für die Bundeswehr dürfe es nicht geben. Im Zusammenspiel der EU mit der UNO-Truppe im Kongo komme es für den Erfolg auf ganz klare Absprachen an. Angesichts der Erwartungen an die EU könne sich Deutschland diesem Einsatz nicht mehr entziehen.

Naumann sagte, die EU wolle mit ihrem geplanten Militäreinsatz im Kongo vor allem zeigen, dass Europas Sicherheitspolitik beginne, handlungsfähig zu werden. "Dies ist der einzige entscheidende Grund für diesen Einsatz", sagte er. Wer auch immer die UNO auf die Idee gebracht habe, die EU um Hilfe zu bitten, habe genau dies im Sinn gehabt.

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