"Für künftige Generationen"

Clement übernimmt Verantwortung für Milliardenbürgschaft

Der frühere Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) hat die volle Verantwortung für die Milliardenbürgschaft der Bundesregierung zugunsten der Deutschen Bank und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) übernommen. "Ich bin federführend für das Projekt gewesen und habe das abgezeichnet", sagte Clement am Montagabend im Bayerischen Rundfunk. Die Bürgschaft sei rechtlich in Ordnung und politisch richtig gewesen. Am vergangenen Freitag war bekannt geworden, dass die alte Bundesregierung nach der Bundestagswahl beschlossen hatte, eine Bürgschaft für einen Milliardenkredit abzusichern, mit dem der russische Energiekonzern Gasprom sowie BASF und E.ON offenbar einen Teil der deutsch-russischen Gas-Pipeline-Baus finanzieren wollten.

Clement bezeichnete es als "plausibel", dass Ex-Kanzler Gerhard Schröder von der Kreditabsicherung nichts gewusst habe. Es habe sich nicht um ein Gesetz gehandelt, sondern um die Genehmigung einer Garantie. Die Diskussion um das Engagement Schröders bei Gasprom nannte Clement "hysterisch". Künftige Generationen würden für die sichere Energieversorgung aus Russland dankbar sein, zeigte sich der Ex-Minister überzeugt.

Der Steuerzahlerbund hat eine lückenlose Aufklärung der Hintergründe über die Milliarden-Bürgschaft für die deutsch-russische Ostseepipeline verlangt. Das Kreditversprechen sei ein "ungeheuerlicher Vorgang" und es könne nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden, sagte Verbandspräsident Karl Heinz Däke der Chemnitzer "Freien Presse". Er forderte die Einrichtung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses, auch wenn der Kredit nicht in Anspruch genommen werde. "Es muss alles auf den Tisch."

Däke nannte es "völlig unverständlich", dass bei einer Kreditbürgschaft von einer Milliarde Euro weder Kanzler noch Finanzminister oder Außenminister darüber informiert gewesen seien. Ein derartig verantwortungsloser Umgang mit Steuergeldern sei unentschuldbar und beispiellos.

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