50 Millionen Dokumente

Archiv für Holocaust-Opfer soll für Forschung geöffnet werden

Das Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) für die Opfer der Nazi-Diktatur im nordhessischen Bad Arolsen soll 60 Jahre nach seiner Gründung für die Forschung geöffnet werden. Darauf hätten sich die an der ITS beteiligten elf Mitgliedsstaaten nach jahrelangem Streit in Luxemburg verständigt, berichtete die ARD-"Tagesschau" am Dienstag. Den Beschluss müssten die Länder noch ratifizieren. Das ITS beherbergt eine der größten Akten- und Datensammlungen über die Opfer von Konzentrationslagern und Zwangsarbeit weltweit.

Sie ging ursprünglich aus einem 1943 vom Roten Kreuz in London eingerichteten Suchbüro hervor. Seit Januar 1946 hat die Einrichtung ihren Sitz in Arolsen. In dem Archiv lagern rund 50 Millionen Dokumente zu 17,5 Millionen Verfolgten des NS-Regimes. Bisher war der Datenbestand nur direkten Angehörigen der Opfer zugänglich.

Vor allem Historiker sowie amerikanisch-jüdische Opferorganisationen forderten seit Jahren, das Archiv auch für die Wissenschaft zu öffnen. Dies lehnte die deutsche Seite aus Datenschutzgründen lange ab.

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