Geheimdienste in Ost und West

BND-Informant Müller war offenbar für die Stasi tätig

Der Leipziger Politikberater und "Nachrichtenhändler" Uwe Müller war von 1982 bis 1986 unter dem Decknamen "Meyer" für die DDR-Staatssicherheit tätig. Wie der "Stern" in seiner jüngsten Ausgabe berichtet, sammelte Müller unter anderem auf DDR-Kirchentagen wie in Greifswald 1985 "Hintergrundinformationen" über die Einschätzungen westdeutscher Journalisten. Dabei habe er auch mit dem damaligen Ost-Berliner ARD-Korrespondenten Peter Merseburger gesprochen, sagte Müller dem "Stern". Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) habe ihn für diese Tätigkeit als Korrespondenten der DDR-Nachrichtenagentur ADN akkreditiert.

Müller soll laut "Stern" mit 15 Jahren wegen angeblich unerlaubter Kontakte zu West-Journalisten in ein Jugendheim eingewiesen worden sein. Danach habe ihn die Stasi unter Druck gesetzt, und er habe sich für "Kooperation und Karriere" entschieden. Der BND habe seine Stasi-Vergangenheit gekannt, sagte Müller dem "Stern" und fügte hinzu: "Sie wussten das." Der BND habe auf Nachfrage dazu keine Stellung genommen, schreibt das Magazin.

Müller sei im April 2005 vom Oberlandesgericht Dresden für den Freiheitsentzug rehabilitiert worden.

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