Gorleben & Wahn
Landesminister Sander gegen neue Endlagersuche in Niedersachsen
Niedersachsens Kultusminister Bernd Busemann (CDU) sprach sich dagegen aus, noch einmal den Salzstock Wahn im Emsland ins Spiel zu bringen. Dieser Standort war 1975 bei der ersten Endlagersuche von der damaligen SPD-geführten Bundesregierung als am besten geeignet eingestuft worden.
Gabriel will mit einem neuen Erkundungsprogramm ausloten, ob es einen besseren Standort für eine Atommülldeponie als Gorleben gibt.
Gefährdet die deutsche Erdgas-Förderung die Atom-Endlager Gorleben und Konrad?
"Spiegel Online" hatte im März berichtet, dass zwei Erdbeben, die Norddeutschland im Herbst 2004 und im Sommer 2005 erschüttert hatten, möglicherweise durch die Erdgas-Förderung in Deutschland verursacht wurden. Am 20. Oktober 2004 um 8.59 Uhr sei in Norddeutschland geschehen, was nach wissenschaftlichem Ermessen dort eigentlich kaum hätte passieren können: die Erde bebte mit der Stärke 4,5 auf der Richterskala. "Solch ein Ruckeln wurde in der Gegend noch nie registriert", schreibt das Nachrichtenmagazin. Norddeutschland gelte als nahezu aseismisch, selbst schwache Vibrationen der Erde seien selten. Doch schon am 15. Juli 2005 sei es erneut zu einem Beben der Stärke 3,8 gekommen.
Untersuchungen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe BGR in Hannover kamen zu widersprüchlichen Ergebnissen. Mit einer ersten Untersuchung wurde die Erdgas-Förderung entlastet. Eine weitere Studie deutet aber auf die Erdgas-Förderung als Ursache für die Beben hin.
Besonders bristant: Die Erdstöße könnten offenbar auch die geplanten unterirdischen Endlager für Atommüll in Gorleben und Konrad gefährden.
Dass die Förderung von Erdgas den Boden wackeln lässt, ist nicht ungewöhnlich, schreibt Spiegel Online. In den Niederlanden ließen nicht spürbare Stöße der Stärke 1 bis 2 den Untergrund regelmäßig vibrieren. Ein Erdbeben im Nordsee-Ölfeld Ekofisk im Jahr 2001 habe gezeigt, dass auch starke Erdbeben durch die Förderung ausgelöst werden könnten. Dort hätten große Mengen Wasser, die in den Boden gepresst worden seien, die Stöße ausgelöst. In Usbekistan habe die Gasförderung gar schwere Beben der Stärke 7 verursacht, wie die amerikanische Behörde US Geological Survey in einer Studie festgestellt habe.
Solch schwere Erdbeben seien in Deutschland nach Meinung der Seismologen nicht zu befürchten, weil die Gasfelder und die Erdbebenzonen kleiner seien. Dennoch sei "unklar, wie stark die Gasfelder in Norddeutschland in Bewegung geraten können". Die Ungewissheit sei heikel, weil "in der Nähe der Gaslagerstätten" in einem Salzstock und einem Erzbergwerk die geplanten Atommüllendlager Gorleben und Konrad lägen. Die Gefahr von förderungsbedingten Erdbeben für die Endlager sei bisher noch nie untersucht worden.
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