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BUND erwartet von Volkswagen eine Korrektur der Fahrzeugstrategie

3 statt 15 Liter

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat vom wiedergewählten VW-Vorstandsvorsitzenden Bernd Pischetsrieder entscheidende Korrekturen der Konzern­strate­gie verlangt. Der VW-Chef habe sich kürz­lich zur ökologischen Verantwortung seines Unterneh­mens bekannt. Diesen Statements müssten jetzt entsprechende Taten folgen, forderte die BUND-Vorsitzende Angelika Zahrnt - beispielsweise durch die Produktion eines 3-Liter Autos. In der Vergangenheit sei Pischetsrieders Konzernpolitik vor allem durch neue 15-Liter-Autos aufgefallen.

Der Umweltverband verweist auf Äußerungen des VW-Chefs in der Süddeutschen Zeitung. Dort hatte Pischetsrieder geschrieben, dass für die Automobilhersteller Nachhaltigkeit der Motor von Innovation, Wettbe­werbs­­fähig­keit, Erfolg und damit Garant für langfristig sichere Arbeitsplätze sei. Pischets­rieder habe weiter gesagt, die Zeit sei reif für ein populäres 3-Liter-Auto. Zudem erwarte die Gesellschaft, dass der Ausstoß von Treib­hausgasen gemindert und die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern erhöht werde.

Diesen Aussagen stimmt der BUND nun ausdrücklich zu. Zugleich werden Zweifel an den Bekenntnissen des VW-Chefs deutlich: "Gestatten Sie uns trotzdem die Nachfrage, warum Sie in den zurückliegenden Jahren nicht durch Vorstöße für mehr Umweltschutz aufgefallen sind, warum Sie mehrfach 3-Liter Autos als unverkäuflich darstellten und Innovationen wie den Partikelfilter diskreditierten?", fragt Zahrnt.

In Bezug auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz sei die Fahrzeugstrategie des Volkswagen-Konzerns "nicht akzeptabel". 1000-PS-starke Bugattis oder Phaetons, die bis zu 15 Liter Sprit auf 100 km verbrauchen, seien "abenteuerliche Entwicklungen" und würden "nicht zu den Sonntagsreden des VW-Chefs passen". Pischetsrieder müsse die Fahrzeugstrategie des Konzerns neu ausrichten. Die Selbstver­pflich­­tung der Autoindustrie, bis 2008 den durchschnittlichen Spritverbrauch unter 6 Liter beziehungsweise 140 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer zu drücken, werde sonst verfehlt.

Auch die VW-Autowerbung widerspricht nach Auffassung der Umweltschützer den ökologischen Statements von Pischetsrieder. Der BUND bemängelt, dass VW vor allem Autos bewerbe, deren Durch­schnitts­verbrauch auf 100 km bei über 9 Litern beziehungsweise 220 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer liege. Volkswagen müsse Klimaschutz "zu einem zentralen Werbethema machen", empfiehlt der Umweltverband, "und sich das Ziel setzen, bis 2010 bei seinen PKW den Kohlendioxid-Ausstoß durch­schnittlich unter 120 Gramm pro Kilometer zu senken".

Die PR-Abteilung des BUND hat auch schon passende Werbeslogans für den Automobilkonzern erfunden: "Freude am Sparen macht Freude am Fahren" - "Vorsprung durch Umweltschutz" - "Klimaschutz beginnt mit neuen Ideen", lauten die Empfehlungen. Ob diese Slogans die Werbeagenturen der Automobilindustrie überzeugen?

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