Lohnsteigerungen unter Preissteigerungsrate

Höhere Tarifabschlüsse als im Vorjahr

In der Tarifpolitik zeichnet sich offenbar eine Trendwende in der ab: Die Tarifabschlüsse im ersten Halbjahr 2006 fallen durchschnittlich höher aus als im vergangenen Jahr. Dies ergibt sich aus der aktuellen Halbjahresbilanz, die das Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung vorlegte. Insbesondere der Tarifabschluss in der Metall- und Elektroindustrie mit einem Tarifplus von 3 Prozent habe eine positive Signalfunktion gehabt. Allerdings wirkten die langfristigen Tarifabkommen aus dem vergangenen Jahr nach, die in zahlreichen Branchen sehr niedrige Tarifsteigerungen für dieses Jahr vorsehen. Besonders ins Gewicht falle der öffentliche Dienst: Dort gebe es infolge der "Modernisierung der Tarifstrukturen" bis 2007 nur Einmalzahlungen.

Berücksichtige man auch die Abschlüsse aus dem Jahr 2005 mit Tarifsteigerungen für dieses Jahr, so errechnet sich den Angaben zufolge für 2006 eine vorläufige jahresbezogene Steigerung der tariflichen Grundvergütungen von durchschnittlich 1,5 Prozent. "Sie liegt damit unter der Preissteigerungsrate von rund 2 Prozent."

Die Spannweite reiche von 0,5 Prozent im Bereich Gebietskörperschaften/Sozialversicherung über 2,4 Prozent im Investitionsgütergewerbe bis zu 2,8 Prozent im Grundstoff- und Produktionsgütergewerbe.

Im ersten Halbjahr 2006 schlossen die DGB-Gewerkschaften für rund 7,6 Millionen Beschäftigte neue Lohn- und Gehaltstarifverträge ab. "Das sind rund 39 Prozent der von Tarifverträgen erfassten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer."

Zeige Deinen Kontakten bei Google und Facebook, dass Dir dieser Beitrag gefällt!