"Zukunft statt Braunkohle"

Braunkohle-Gegner formieren sich in einem Aktionsbündnis

Die großen deutschen Umweltverbände und regionale Bürgerinitiativen haben sich am Donnerstag zu einem Aktionsbündnis "Zukunft statt Braunkohle" zusammen geschlossen. Damit wollen die Umweltschützer ihre Anstrengungen für eine zukunftsfähige Energiestruktur ohne die klimaschädliche Braunkohle bündeln und verstärken. Erste gemeinsame Aktion des neuen Bündnisses sei eine Tagung am 23. September 2006 in Pulheim (Rheinland). Die Initiatoren des Bündnisses streben nach eigenen Angaben an, den zahlreichen Verbänden und Initiativen in Ost und West eine neue Plattform zur Vernetzung der zahlreichen Aktivitäten gegen die ebenso klima- wie umweltschädliche und sozial-unverträgliche Braunkohlengewinnung und -nutzung zu bieten.

Hintergrund für den Zusammenschluss der Braunkohlegegner seien die aktuellen Weichenstellungen der Bundesregierung, insbesondere die braunkohlefreundliche Ausgestaltung des Emissionshandels, die neue "Klimakiller-Kraftwerke" ermöglichen. Mit dem begonnenen Bau eines 2.200-MW-Braunkohlenkraftwerks in Grevenbroich-Neurath und dem Aufschluss des Braunkohlentagebaus Garzweiler II drohe damit die bisherige, nicht zukunftsfähige Energieerzeugungsstruktur für weitere vier Jahrzehnte zementiert zu werden. Auch im Osten Deutschlands würden neue Tagebaue und Braunkohlen-Kraftwerke geplant.

Damit aber drohe auch ein Rückschlag für die sowohl energie- als auch arbeitsmarktpolitisch sinnvolle Stärkung der Erneuerbaren Energien, des Energiesparens und effizienterer Technologien. Im Rahmen der Tagung "Zukunft statt Braunkohle" will das Aktionsbündnis den Status der Braunkohle in der Energiewirtschaft kritisch aufarbeiten und Wege für eine nachhaltige Energiegewinnung aufzeigen. Daneben sollen auch aus der Perspektive der betroffenen Umsiedler und Anrainer das Thema aufgegriffen und die Verflechtungen in Politik und Energiewirtschaft beleuchtet werden. Von der Veranstaltung versprechen sich die Initiatoren ein deutliches Signal für eine Zukunft ohne Braunkohle - aber mit erneuerbaren Energien.

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