"Die Mörder haben nichts zu befürchten"
In Guatemala sollen brutale Frauenmorde zunehmen
"Es gibt für die Mörder keinen Grund, aufzuhören, denn sie haben nichts zu befürchten", so Markus Kneissler von Amnesty. Nach Angaben des guatemaltekischen Ombudsmans für Menschenrechte komme es in nur drei Prozent der Fälle zu Verhaftungen, 70 Prozent der Morde würden gar nicht untersucht.
"Die Regierung von Präsident Oscar Berger muss diese eklatanten Ermittlungsmängel schnellstmöglich abstellen", fordert Kneissler. Jeder Fall müsse sofort und effektiv untersucht werden. Die Regierung soll nach Auffassung der Menschenrechtsorganisation auch eine Kampagne ins Leben rufen, "mit der der Gesellschaft signalisiert wird, dass es keine Toleranz gegenüber Gewalt an Frauen geben darf".
Viele Opfer stammten aus armen und von kriminellen Banden kontrollierten Großstadtvierteln. Hinter den Morden vermutet Amnesty Rache für abgewiesene sexuelle Avancen, Kontakte der Frauen zu Mitgliedern von gegnerischen Straßengangs sowie die Beseitigung unerwünschter Zeugen.
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