Elf Monate Haft

Walther-Waffen gelangten illegal nach Mittelamerika

Wegen illegaler Waffenexporte nach Mittelamerika hat das Amtsgericht Ulm gegen einen ehemaligen Mitarbeiter des Waffenherstellers Carl Walther Strafbefehle erlassen. Wie die Staatsanwaltschaft Ulm am Mittwoch mitteilte, wurde der frühere Leiter des Auslandsvertriebs mehrerer Verstöße gegen das Außenwirtschaftsgesetz für schuldig befunden. Die zwei inzwischen rechtskräftigen Strafbefehle sehen Freiheitsstrafen von elf Monaten und von einem Jahr auf Bewährung sowie eine fünfstellige Geldbuße vor. Den Ermittlungen zufolge gelangten zwischen November 2002 und Juli 2004 insgesamt 1033 Pistolen der Typen "P 99" und "PPK" über die Schweiz nach Guatemala und in die Dominikanische Republik.

Dem damaligen Exportleiter sei dabei bewusst gewesen, dass das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle wegen befürchteter Menschenrechtsverletzungen eine Genehmigung von Exporten in mittelamerikanische Staaten abgelehnt hatte. Der deutschen Exportkontrolle sei deshalb vorgespiegelt worden, die Waffen wären für die Schweiz bestimmt.

Gegen zwei weitere Mitarbeiter des in Ulm und Arnsberg ansässigen Waffenproduzenten wurden die Ermittlungen gegen Zahlung von Geldbußen im vier- und fünfstelligen Bereich eingestellt. An wen konkret die Waffen geliefert wurden, teilte die Staatsanwaltschaft nicht mit. "Dazu äußern wir uns nicht", sagte ein Sprecher auf Anfrage. Die Ermittlungen waren 2005 aufgrund eines Berichts des Nachrichtenmagazins "Focus" eingeleitet worden.

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