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EU-Kommission warnt vor Hautkrebsrisiko durch Solarien

Bräunen mit "Warnhinweis"

Einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme des Wissenschaftlichen Ausschusses "Konsumgüter" der Europäischen Kommission zufolge erhöht die Benutzung von UV-Strahlungsgeräten, Bräunungslampen und Solarien zur Erzeugung und zum Erhalt einer kosmetischen Bräune wahrscheinlich das Melanomrisiko. Daher empfehlen Wissenschaftler laut EU-Kommission Personen mit bekannten Risikofaktoren, wie einer hochgradig sonnenbrandgefährdeten Haut, die nicht oder nur schwer braun wird, Sommersprossen, atypischen und/oder einer Vielzahl von Muttermalen und Melanomen in der Familienanamnese keine Bräunungsgeräte zu kosmetischen Zwecken zu benutzen.

"Gleichermaßen sollten Jugendliche unter 18 Jahren keine Bräunungsgeräte verwenden, da das Hautkrebsrisiko bei jungen Benutzern besonders hoch zu sein scheint." Die Kommission ruft die Mitgliedstaaten und die Hersteller von Solarien jetzt dazu auf, sicherzustellen, dass die Produkte zur Missbrauchsvermeidung mit "geeigneten Warnhinweisen und Bedienungsanleitungen" versehen werden. Die Kommission werde auch die Normungsgremien dazu aufrufen, UV-Grenzwerte in die Produktnormen aufzunehmen und Leitlinien für die Industrie und die Verbraucher einzuführen. Ferner ersucht sie die Mitgliedstaaten, sicherzustellen, dass Solarien diese Empfehlungen anwenden.

"Die Kommission ruft die Mitgliedstaaten und die Hersteller von Sonnenbänken dazu auf, Sonnenbänke mit geeigneten Warnhinweisen und Bedienungsanleitungen zu versehen." Industrie-Kommissar Günter Verheugen hofft damit, "das entsprechende Hautkrebsrisiko der Benutzer zu verringern".

Der für Gesundheit und Verbraucherschutz zuständige Kommissar Markos Kyprianou sagte: "Es bereitet mir Sorge, dass die unkritische Benutzung dieser Bräunungsgeräte zu kosmetischen Zwecken die Hautkrebsinzidenz erhöhen könnte. Wir müssen rasch handeln, um die Öffentlichkeit über die mit Sonnenbänken verbundenen Risiken aufzuklären. Außerdem benötigen wir Leitlinien für Verbraucher, damit sie erkennen können, ob sie Risikofaktoren aufweisen und diese Geräte deshalb nicht benutzen sollten."

Die Hauptexpositionsquelle für UV-Strahlung sei die Sonne. Manche Menschen seien jedoch in hohem Maße künstlicher Bestrahlung durch Sonnenbänke für kosmetische Zwecke sowie durch Industrielampen, Lichtbogenschweißen und medizinische UV-Behandlung ausgesetzt. "Es gibt Belege dafür, dass UV-Strahlung die Gesundheit schädigen kann", schreibt die EU-Kommission.

Der kosmetische Zweck einer Sonnenbank sei der Bräunungseffekt. Da UV-Bräunungsgeräte vor den 1990er Jahren noch nicht weit verbreitet waren, seien die gesundheitlichen Auswirkungen noch nicht in vollem Maße bekannt. "Es wird noch mehrere Jahre dauern, bis die Rolle, die UV-Bräunungsgeräte bei der Krebsentstehung spielen, in vollem Umfange deutlich wird. Die in Solarien eingesetzten Geräte verwenden die stärkere UV-B-Strahlung." Das Melanomrisiko scheine besonders hoch zu sein, wenn Sonnenbänke in jungen Jahren verwendet werden. "Deshalb sollten UV-Bräunungsgeräte nicht von Jugendlichen unter 18 Jahren benutzt werden."

Die Kommission will jetzt die Stellungnahme und möglicherweise zu treffende – legislative und nicht legislative – Maßnahmen "prüfen". Nach Ansicht der Kommission hat die Information der Verbraucher über die Empfehlungen des Berichts höchste Priorität. In Zusammenarbeit mit dem Europäischen Dermatologenverband will die EU einen Leitfaden erarbeiten, um das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Risiken zu schärfen und "den Verbrauchern bei der Feststellung zu helfen, ob sie gefährdet sind". Die Kommission will außerdem beantragen, unter Berücksichtigung der Empfehlungen, einschließlich derjenigen über die Strahlung, die einschlägige Norm zu ändern.

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