"Verkehrsrevolution"
Vor 110 Jahren starb das erste Opfer des Autoverkehrs
Ihren Forschungen zufolge teilten in den vergangenen 110 Jahren weltweit beinahe 40 Millionen Straßenbenutzer Bridget Driscolls Schicksal. Die Zahl der Verletzten liege mit etwa 1,2 Milliarden noch weitaus höher.
Doch damit nicht genug: "Nach Untersuchungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltbank wird sich diese Opferzahl in den nächsten 25 Jahren verdoppeln", so die Wissenschaftler. "Das ungeheure Wirtschaftswachstum vor allem in Asien führt zu einer explosionsartigen Zunahme des Leichenbergs der Motorisierung."
Nach konservativen Prognosen würden im Jahr 2030 über 2 Millionen Menschen jährlich auf den Straßen der Welt sterben, rund 70 Millionen würden verletzt. 90 Prozent der zu erwartenden Opfer seien Fußgänger und Zweiradfahrer. Der Straßenverkehrsunfall steige nach diesen Prognosen zur globalen Todesursache Nr. 2 auf. Dann würde kein Krieg so viele Opfer gefordert haben wie der motorisierte Straßenverkehr.
"Von den Toten durch verkehrsbedingten Feinstaub, Kohlendioxid und sonstigen Dreck ganz zu schweigen", so Gietinger. Die beiden Wissenschaftler klagen eine sofortige Verkehrswende ein. "Schärfste Tempolimits auf allen Straßen, die totale Verkehrsberuhigung, Aufhebung der Vorfahrt für Autos, Kostenwahrheit im Straßenverkehr und die Befreiung der Städte vom Kraftfahrzeug könnten hier allein Abhilfe schaffen", meint Schmidt. Nur etwa 3 Prozent des Kraftfahrzeug-Verkehrs sei notwendig.
"Eine Verkehrsrevolution in der das Kraftfahrzeug bekämpft und Fuß-, Rad und Öffentlicher Verkehr massiv gefördert wird", sei das Gebot der Stunde. Die Hochmotorisierten Länder und vor allem die EU hätten deutliche Vorbildfunktion. "Es muss auch die Frage nach der Verantwortlichkeit gestellt werden", meinen die Wissenschaftler. "Alle Dealer dieser Motorisierungs-Sucht sollten vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag angeklagt, die Seuche des motorisierten Individualverkehrs selbst wie AIDS oder die Vogelgrippe bekämpft werden. Das Auto sei ohne Zweifel eine Massenvernichtungswaffe und müsse von der Staatengemeinschaft wie eine solche geächtet werden. Mit allen Konsequenzen."
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Am 15. Aug. 2006 unter:
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