Regierungsbestände

Simbabwe soll illegal Elfenbein an China geliefert haben

Nach Angaben der Artenschutzorganisation Pro Wildlife soll Elfenbein aus Lagerbeständen von Simbabwes Regierung illegal nach China verkauft worden sein. Dies habe inzwischen auch das Sekretariat des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA) bestätigt. Pro Wildlife geht aufgrund von Presseberichten davon aus, dass der illegale Elfenbeinhandel zwischen Simbabwe und China in den vergangenen Monaten einen Umfang von 30 Tonnen gehabt haben könnte, was insgesamt etwa 2.250 toten Elefanten entspreche. Brisanz erhält die Nachricht, weil der Ständige Ausschuss des Artenschutzübereinkommens Anfang Oktober über eine weitere Aufweichung des Elfenbeinhandelsverbotes beraten will. Dort steht der legale Verkauf von 60 Tonnen Stoßzähnen aus Lagerbeständen zur Diskussion. Pro Wildlife fordert einen weltweiten bedingungslosen Stopp des Elfenbeinhandels.

Pro Wildllife kritisiert seit langem, "dass Ausnahmeregelungen das Verbot des Elfenbeinhandels unterlaufen und die Wilderei begünstigen. Dieser Fall belegt, wie schamlos die Schlupflöcher ausgenutzt werden," so Daniela Freyer.

Obwohl der Elfenbeinhandel seit 1989 verboten sei hätten einige Länder Ausnahmegenehmigungen durchgesetzt - unter der Prämisse, dass die Elefantenbestände gut geschützt und der Elfenbeinhandel strengstens kontrolliert sei. China sei der Hauptabsatzmarkt für illegales Elfenbein und wolle nun in die Liste anerkannter Importstaaten aufgenommen werden.

Simbabwe, Botswana und Namibia durften im Jahr 2000 Elfenbein aus Lagerbeständen der Regierungen offenbar ausschließlich nach Japan verkaufen. In Simbabwe nutzten Händler ein weiteres Schlupfloch, das es erlaube, Elfenbeinschnitzereien in kleinen Mengen an Touristen zu verkaufen. Staatlich registrierte Händler hätten vermutlich seit langem Stoßzähne aus Regierungsquellen von angeblich natürlich gestorbenen Tieren zusammen mit gewildertem Elfenbein illegal nach China verschifft.

"Die Deals zwischen Simbabwe und China beweisen, dass ein kontrollierter Elfenbeinhandel nicht möglich ist. Die Ausnahmegenehmigungen haben lediglich bewirkt, dass dem grassierenden Elfenbeinschmuggel ein Mäntelchen der Legalität umgehängt wurde", so Freyer. In Simbabwe seien Wilderei und Korruption seit langem eskaliert. Das Elfenbein stamme zum Teil vermutlich auch aus afrikanischen Nachbarländern. Jedes Jahr würden mehrere Tausend Elefanten gewildert. Offizielle Daten aus Beschlagnahmungen belegten seit Ende der 1990er Jahre einen deutlichen Anstieg des Elfenbeinschmuggels.

Einige afrikanische Länder versuchten zudem seit Jahren, weitere Ausnahmegenehmigungen für den Verkauf von Elfenbein durchzusetzen. "So wurde 2002 Botswana, Namibia und Südafrika der Verkauf von insgesamt 60 Tonnen Stoßzähnen in Aussicht gestellt", dieser habe allerdings bisher nicht stattgefunden. Der Ständige Ausschuss des Artenschutzabkommens solle Anfang Oktober entscheiden, ob ein erneuter Elfenbeinhandel genehmigt wird.

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