"Träumerei"

Sicherheitsexperte hält Erwartungen an Videoüberwachung für völlig überzogen

Sicherheitsexperten warnen vor überhöhten Erwartungen an eine Ausweitung der Videoüberwachung zum Schutz vor Terroranschlägen. Die Forderungen von Sicherheitspolitikern zeugten von großer Unkenntnis über die technischen Möglichkeiten, sagte am Mittwoch der Videoüberwachungsexperte beim Bundesverband der Hersteller- und Errichterfirmen von Sicherheitssystemen (BHE), Michael Gwozdek. Die Politiker hätten eine "viel zu hohe Erwartungshaltung". Zwar sei es durchaus sinnvoll, Flughäfen, Bahnhöfe, Züge und Busse per Video zu überwachen. Man dürfe von der Technik aber keine Wunder erwarten, sagte Gwozdek. So sei die Vorstellung, mittels intelligenter Technik verdächtige Personen anhand ihres Gesichts zu identifizieren, "großer Quatsch". In der Praxis scheitere dieser Versuch an der begrenzten Auflösung der Kameras und führe zu vielen Fehlalarmen.

Auch die Vorstellung, in großen öffentlichen Gebäuden verdächtige Gepäckstücke festzustellen, sei "Träumerei". "Das funktioniert beim Fraunhofer Institut im Labor, aber nicht in der Praxis".

Die Nachfrage nach Videoüberwachungsanlagen wächst jedoch stetig. Nach BHE-Angaben wurde damit in Deutschland im vergangenen Jahr 312 Millionen Euro umgesetzt, sechs Prozent mehr als zwei Jahre zuvor. Für das laufende Jahr erwartet die Branche ein weiteres Umsatzplus von knapp fünf Prozent auf 326 Millionen Euro.

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