Halbierung von Jobverlusten

Handwerkspräsident Kentzler lobt Große Koalition

Der Präsident des deutschen Handwerks, Otto Kentzler, lobt im Gegensatz zu den meisten Wirtschaftsführern die Politik der großen Koalition. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesarbeitsminister Franz Müntefering (SPD) seien sehr verlässlich, sagte Kentzler der "Süddeutschen Zeitung". Der Reformprozess habe begonnen. Als positive Beispiele für die Arbeit der großen Koalition nannte Kentzler die steuerliche Abzugsfähigkeit von Handwerkerrechnungen bis 600 Euro im Jahr und die Förderprogramme für energiesparende Maßnahmen in Wohnungen und Eigenheimen. "Wir rechnen in diesem Jahr mit mehr als einer Halbierung unserer Jobverluste - von 60.000 Stellen nach 140.000 im vergangenen Jahr. Das ist diesen Maßnahmen zu verdanken", sagte er.

Den Unmut anderer Wirtschaftsvertreter über die Regierung könne er gut verstehen, sagte Kentzler. Allerdings sei die Regierungsarbeit in Berlin äußerst kompliziert geworden. Beide Regierungsparteien hätten ideologisch sehr festgelegte Blöcke. So würden etwa bei der Arbeitsmarktpolitik Tabuthemen aufgestellt. "Der Kündigungsschutz sollte für Betriebe unter 20 Mitarbeiter entfallen. Und wir brauchen mehr betriebliche Bündnisse", sagte Kentzler.

Problematisch sei die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar 2007. Die geplante Anhebung von 14 auf 17 Prozent könne geringer ausfallen oder stärker zur Senkung der Arbeitskosten eingesetzt werden. Der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung könne sofort von derzeit 6,5 auf 5,5 Prozent sinken, dank der Überschüsse der Bundesagentur für Arbeit, und später mindestens um weitere zwei Prozentpunkte

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