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Umweltorganisationen hoffen auf EU gegen Kohlebagger

Vattenfall-Tagebau

Die Umweltorganisationen ROBIN WOOD, BUND, NABU und die GRÜNE LIGA haben sich mit einem offenen Brief an die EU-Kommission gewandt und den Erhalt der Lacomaer Teiche nahe Cottbus gefor-dert. Das Unternehmen Vattenfall Europe Mining AG beabsichtige, das Gebiet durch den Tagebau Cottbus-Nord in Anspruch zu nehmen. Die Braunkohlebagger seien bereits bis auf wenige hundert Meter an das Schutzgebiet herangerückt, während die Kommission erst noch eine Stellungnahme zu dem Vorhaben abgeben solle. Die Umweltschützer appellieren an die EU, die wirtschaftlichen Interessen eines Energiekonzerns nicht höher zu bewerten als den Naturschutz. "Der Konzern Vattenfall will sich auf Kosten eines wertvollen Schutzgebietes die enormen Gewinne aus der Braunkohlever-stromung sichern", kritisiert Bettina Dannheim von Robin Wood.

Auf einer Fläche von 300 Hektar habe sich im Lacomaer Teichgebiet über Jahrhunderte "ein außergewöhnlich vielfältiges Mosaik unterschiedlichster Lebensräume" entwickelt. Dort leben den Angaben zufolge über 170 bedrohte Tier- und Pflanzenarten, darunter Rotbauchunke, Fischotter und Rohrdommel. 2003 sei die Lacomaer Teichlandschaft als Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Schutzgebiet nach Brüssel gemeldet worden, "nachdem die Kommission wegen der unterlassenen Meldung bereits ein Vertrags-verletzungsverfahren gegen Deutschland eröffnet hatte".

Der Energiekonzern Vattenfall Europe wolle die unter den Teichen liegenden rund 40 Millionen Tonnen Braunkohle im Kraftwerk Jänschwalde verstromen. "Da dies die völlige Zerstörung des Gebietes bedeuten würde, wurde die EU-Kom-mission vom Land Brandenburg im Rahmen der FFH-Verträglichkeitsprüfung um eine Stellungnahme gebeten." Mit dieser Stellungnahme sei in den nächsten Wochen zu rechnen.

Vattenfall rechtfertige "die Zerstörung des FFH-Gebietes" mit einem "übergeordneten öffentlichen Interesse". Nur durch die Verstromung der Braunkohle unter den Lacomaer Teichen seien die Versorgungssicherheit, stabile Strompreise und der Erhalt der Arbeitsplätze in der Region gewährleistet, so der Konzern.

Dies aber bestreiten die Naturschutzverbände und legten ihre Argumentation in einem Schreiben an die EU-Kommission dar. So sei Deutschland und insbesondere Brandenburg ein Strom-Exportland: "50 Prozent der in Brandenburg erzeugten Energie werden in andere Bundesländer oder ins Ausland exportiert. Eine Gefährdung der Versorgungssicherheit wird es daher nicht geben, wenn der Tagebau Cottbus-Nord vor den Lacomaer Teichen zum Stehen kommt." Die Behauptung des Unternehmens, nur durch das geplante Vorhaben könnten Hunderte von Kernarbeitsplätzen gesichert werden, betrachten die Umweltorganisationen als Scheinargument. Sie schickten der EU-Kommission 2.541 online-Unterschriften gegen das Vorhaben von Vattenfall.

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