Gentechnik
Greenpeace protestiert gegen gentechnisch veränderten Mais
Die vorgelegten Ergebnisse der Fütterungsversuche von Monsanto mit Ratten würfen neue Zweifel an der Sicherheit des Gen-Maises auf. Die Tiere zeigten nach der dreimonatigen Fütterung mit MON810 unter anderem einen verringerten Eiweißgehalt im Blut. Um die Befunde abzuschwächen, bediente sich Monsanto statistischer Tricks. Wissenschaftler kritisierten diese Methoden bereits bei der Risikobewertung des Monsanto-Maises MON863. Greenpeace fordert eine umfassende Neubewertung der heute vorgelegten Studien durch unabhängige Wissenschaftler.
Bereits im letzten Jahr hätten Campina/Landliebe-Lieferanten Gen-Mais angebaut, der an Milchkühe verfüttert worden sei. Im April 2006 entdeckten Greenpeace-Mitarbeiter eigenen Angaben zufolge Gen-Mais in den Futtertrögen eines Campina-Lieferanten aus Neutrebbin. "Für Landliebe-Produkte werden Gen-Mais und Gen-Soja angebaut", sagt Alexander Hissting, Gentechnik-Experte von Greenpeace. "Die große Mehrheit der Verbraucher lehnt Gen-Food jedoch weiterhin ab. Gen-Mais ist eine Gefahr für die Umwelt und die gentechnikfreie Landwirtschaft. Er darf nicht verfüttert werden, Campina/Landliebe muss ihn entsorgen." Die Wünsche der Verbraucher seien Campina/Landliebe offensichtlich gleichgültig. Bislang habe der Molkereikonzern nichts unternommen, um "die unsichere Gentechnik" von seinen Produkten fernzuhalten.
Im Juli hatte Greenpeace die Vorversion einer Literaturstudie zur aktuellen Risikoforschung an Gen-Mais vorgelegt. Der Gen-Mais produziere demnach ein Insektengift, das nicht nur den schädlichen Maiszünsler, sondern auch andere Insekten und Bodenorganismen bedrohe. Monsanto vertritt jedoch die Auffassung, von dem Gen-Produkt gehe keinerlei Risiko für das Ökosystem aus und verweist auf Stellungnahmen von zwei deutschen Wissenschaftlern. Greenpeace verweist hingegen auf Ergebnisse verschiedener Forschungsteams im In- und Ausland, wonach es für Bodenwürmer, Bodeninsekten, Schmetterlingslarven und Bienen durch den Gen-Mais zu Gefährdungen komme.
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Am 09. Aug. 2006 unter:
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